Hagenhofer: Unternehmen müssen familiengerechte Arbeitszeiten ermöglichen

Wien (SK) Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei die Basis für echte Wahlmöglichkeiten von Frauen und Männern: Sowohl Mütter als auch Väter sollten die Chance haben, ausreichend Zeit mit ihren Kindern verbringen zu können und gleichzeitig berufstätig zu sein. Eine wichtige Voraussetzung für diese Vereinbarkeit seien familienfreundliche Arbeitszeiten. "Wir müssen die Unternehmen davon überzeugen und darin unterstützen, ihren MitarbeiterInnen die Möglichkeit zur familiengerechten Gestaltung ihrer Arbeitszeit zu geben. Notwendige Maßnahmen zu betriebsinternen Umstrukturierungen, die hierfür eventuell notwendig werden könnten, dürfen die Betriebe selbst nichts kosten", erklärte SPÖ-Abgeordnete Marianne Hagenhofer am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die Betriebe bräuchten zunächst alle notwendigen Informationen und Programmvorschläge, wie die praktische Umstellung auf familienfreundliche Arbeitszeiten im einzelnen Fall aussehen kann. In einem weiteren Schritt bräuchten sie unter Umständen auch finanzielle Unterstützung. "Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie endlich Realität werden zu lassen, sollen sie diese Unterstützung auch bekommen", plädiert Hagenhofer.

Mütter UND Väter müssen Zeit für Kinderbetreuung UND Beruf haben

Die SPÖ fordert das Recht auf Teilzeitarbeit mit Rückkehrrecht auf einen Vollzeitarbeitsplatz. Wie wichtig das Recht auf Teilzeit ist, habe jüngst ein Beispiel in Oberösterreich gezeigt: "Eine junge Mutter hatte nach zwei Jahren Karenz nun ihren beruflichen Wiedereinstieg geplant - für die Kinderbetreuung sollte die Oma einspringen, diese starb aber an plötzlichem Herztod. Nun gibt es niemanden, der sich um das Kind kümmern könnte. Die betreffende Mutter wohnt mitten am Land, es gibt dort keine Krabbelstube oder Krippe und die einzige Tagesmutter in dieser Gegend hat gerade selbst ein Kind bekommen. Die betreffende Mutter hat versucht, sich mit ihrem Dienstgeber auf eine Ausweitung ihrer Karenzzeit um ein halbes Jahr zu einigen. Nach wochenlangem Hin und Her hieß es nun vom Arbeitgeber: Entweder die junge Mutter komme umgehend an ihren Arbeitsplatz zurück oder sie sei ihren Job los", schilderte Hagenhofer.

"Hier zeigt sich, wie wichtig es wäre, das unbestrittene Recht auf Teilzeit einfordern zu können! Außerdem wird an diesem Beispiel auch der Mangel an Kinderbetreuungsplätzen deutlich. Gerade im ländlichen Raum und gerade für besonders kleine Kinder sind neue Betreuungsplätze dringend nötig! Im Fall dieser jungen Mutter, die auf diese Weise unverschuldet ihren Arbeitsplatz verliert, darf das letzte Wort noch nicht gesprochen sein", fordert Hagenhofer mit aller Vehemenz.

Frauen brauchen Weiterbildung!

Optimale Chancen der Aus- und Weiterbildung müssten für Frauen ebenfalls zur Verfügung stehen. "Man kann nicht oft genug betonen, wie wichtig es gerade für Frauen ist, sich für den Arbeitsmarkt bestmöglich zu qualifizieren! Sowohl um den Wiedereinstieg ins Berufsleben nach Karenzzeiten erfolgreich zu meistern, als auch um den Weg in die höchsten Positionen zu ebnen. Frauen, die am Land wohnen, sind von den Weiterbildungsmöglichkeiten oft abgeschnitten, weil sie weniger mobil und zeitlich nicht flexibel sein können. Gerade für sie muss es Bildungs- und Qualifizierungsangebote vor Ort geben", das hat Hagenhofer bereits wiederholt gefordert. (Schluss) ps/mp

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