Tancsits: AK-Präsdident Tumpel im Argumentationswirbel

Wiener Arbeitsmarktproblem ist kein Versäumnis des Bundes

Wien, 30. Oktober 2002 (ÖAAB-PD) Wenn AK-Präsident Herbert Tumpel beklagt, dass der Arbeitsmarkt in Wien deshalb so schlechte Daten aufweise, weil die Regierung die falschen Rahmenbedingungen vorgebe, befindet er sich damit in einem Argumentationswirbel, sagte heute, Mittwoch, ÖAAB - Generalsekretär, Abg. z. NR, Mag. Walter Tancsits. "Denn wenn es in acht anderen Bundesländern funktioniert, warum dann nicht auch in Wien? Weil die rote Wiener Landesregierung die an Arbeitsplatzfragen am wenigsten interessierte ist. Die Kritik Tumpels soll sich daher direkt an seinen Parteifreund, den Wiener Bürgermeister Michael Häupl, richten", so Tancsits. Ein "personell und finanziell leistungsfähiges Arbeitsmarktservice" - wie es Tumpel fordert und wie es in allen übrigen Bundesländern selbstverständlich ist - könnte es in Wien längst geben, wenn die SPÖ mit ihren parteiinternen Streitigkeiten die AMS-Reform in Wien nicht jahrelang verschleppt hätte", so Tancsits. ****

Die Regierung habe für Wien kein Sonderprogramm mit besonderen Erschwernissen erfunden. Im Gegenteil: Wien habe gegenüber allen anderen Bundesländer ungleich bessere Möglichkeiten: Hier seien die meisten Branchen versammelt und die Arbeitsplätze in der Regel leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Womit Wien kämpfe, seien die Folgen der jahrelangen Streitereien innerhalb der SPÖ, die eine Reform des Wiener AMS verhindert haben. "Sich jetzt darüber zu beschweren, die Rahmenbedingungen der Regierung seien Schuld am Desaster des Wiener Arbeitsmarktes, ist kindisch", sagte Tancsits.

Was die von Tumpel präsentierten Beschäftigungs- beziehungsweise Arbeitslosenzahlen anlange, so seien diese "in keiner Weise nachvollziehbar". Die Seriosität der Berechnungen lasse sich allein an dem absurden Rechenbeispiel widerlegen, das den Zuwachs der Arbeitslosen bei den Personen über 60 Jahre betrifft: Hier werde der Oktober 2002 mit dem Oktober 2000 verglichen und dabei ein Zuwachs von 252 Prozent ausgewiesen. "Über die Qualität der übrigen Berechnungen und die daraus folgenden Forderungen braucht man angesichts dessen gar nicht mehr reden", sagte Tancsits.
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