TV-Konfrontation: Cap - Die brennenden Themen blieben unerwähnt

Schüssel und Van der Bellen verlieren kein Wort über Arbeitslosigkeit, sinkendes Wachstum, sinkende Einkommen und Pensionen

Wien (SK) "Es ist unfassbar, dass ein Bundeskanzler und ein Chef einer Oppositionspartei eine Stunde lang zusammensitzen und kein Wort über die brennenden Themen dieses Landes verlieren", sagte der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap am Mittwoch in einer Nachbetrachtung zur TV-Konfrontation zwischen Schüssel und Van der Bellen von gestern Abend. ****

Beide Politiker haben kein Wort über 216.000 Arbeitslose verloren, kritisierte Cap, der hier hinzu fügte, dass der zuständige Arbeitsminister Bartenstein für die betroffenen Arbeitslosen nur Zynismus übrig habe. Bartenstein hat es als positiv hervorgehoben, dass der Anstieg bei der Arbeitslosigkeit eingebremst wurde. Ein Befund übrigens, der seitens der ÖVP-Minister in den vergangenen Monaten immer wieder abgegeben wurde.

Cap warf Van der Bellen und Schüssel auch vor, dass sie kein Wort über die wirtschaftliche Lage in Österreich verloren haben. Es sei unfassbar, so Cap, dass ein Wirtschaftsprofessor und ein ehemaliger Wirtschaftsminister es nicht notwendig finden, über die historisch höchste Abgabenquote, über das geringe Wirtschaftswachstum und die sinkenden Einkommen und Pensionen zu reden. "Die wirtschaftliche und soziale Situation des Landes war für beide kein Thema. Das ist eigentlich unfassbar", sagte Cap.

Cap fasst seine Eindrücke von der TV-Konfrontation zusammen:
Es seien sich "ein Streber, der vor Ehrgeiz fast aus allen Nähten platzt, und ein lahmer Professor, der seine Koffeintabletten nicht gefunden hat" gegenüber gesessen, die Diskussion bewertete Cap mit "Themenverfehlung, Nicht genügend". Die Debatte sei "eine sehr große Enttäuschung" gewesen, so Cap.

Der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann ging noch auf ein inhaltliches Problem der Schüssel-ÖVP mit der FPÖ ein. Es sei klar, dass Schüssel und Reichhold eine Fortsetzung der schwarz-blauen Koalition wollen, Schüssel habe es aber bisher immer verabsäumt, die Bevölkerung darüber aufzuklären, wie er angesichts der absolut gegensätzlichen Positionen von ÖVP und FPÖ zur EU-Erweiterung einen einstimmigen Ministerratsbeschluss zustande bringen will. Schüssel stehe vor der Wahl: "Mit der FPÖ gegen die Erweiterung oder Verzicht auf eine Koalition mit der FPÖ für die Erweiterung." (Schluss) wf

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0003