Molterer: Österreich soll Spitzenposition bei Biomasse-Nutzung ausbauen

"Marktanteil" erneuerbarer Energieträger bis 2010 auf ein Drittel steigern

Wien/Lienz (OTS) - "Österreich will seine internationale Spitzenposition bei der Nutzung erneuerbarer Energieträger in Zukunft nicht nur behaupten, sondern klar ausbauen. Sie wird einen wesentlichen Beitrag zur angepeilten Verringerung der Treibhausgasemissionen um 13 Prozent leisten." Das erklärte Umwelt-und Landwirtschaftsminister Mag. Wilhelm Molterer heute, Mittwoch, bei den Österreichischen Biomasse-Tagen in Lienz. Ziel sei es daher, bis 2010 den Anteil der erneuerbaren Energieträger am Gesamt-Energieaufkommen von derzeit einem Viertel auf ein Drittel zu steigern.

Dies bedeute unter anderem die Erhöhung des Ökostromanteils von derzeit 70 Prozent auf 80 Prozent bis zum Jahr 2010 sowie den Ausbau des Anteils der Biomasse am Gesamtaufkommen von derzeit 11,4 auf 16 Prozent. Als Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels nannte der Minister die Anhebung der entsprechenden Fördermittel im Zuge der Umsetzung der nationalen Klimastrategie, aber auch im Zusammenhang mit konjunkturellen Maßnahmen. So stehen im Konjunkturpaket, das die Bundesregierung erst kürzlich verabschiedet hat, allein zur Förderung des Biomasse-Einsatzes 15 Millionen Euro bereit. Außerdem peilt Molterer analog zum Elektrizitätsgesetz (ElWOG), in dem Prozentanteile erneuerbarer Energieträger festgehalten sind, eine Regelung bei Biotreibstoffen an.

Durch den verstärkten Einsatz von Biomasse könnten in Österreich in den nächsten Jahren bis zu zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das entspräche einem Fünftel jener Einsparungen beim Ausstoß von Treibhausgasen, zu denen sich Österreich im Rahmen des Kyoto-Klimaschutzprotokolls bis zum Zeitraum 2008/2012 verpflichtet hat. "Mit der Klimastrategie haben Bund und Länder ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das die Ausschöpfung dieser Einsparungspotenziale sicherstellen soll", sagte Molterer.

Beim Einsatz von Brennholz für die Gebäudebeheizung liegt Österreich absolut gesehen an fünfter Stelle in der EU. Relativ gesehen liegt Österreich mit einem Brennholzanteil von 6,6 Prozent am Gesamtverbrauch sogar in Führung. "Wir haben eine große Tradition. Das heißt aber auch, dass viele alte Anlagen in Betrieb sind, die laufend durch neue ersetzt werden", gab Molterer zu bedenken. Die Biomasse verliere in dieser Umstrukturierungsphase Marktanteile. "Andererseits boomen moderne Biomassekessel und -nahwärmenetze wie nie zuvor. Ich bin daher zuversichtlich, dass sich dieser Trend in Zukunft wieder umkehren lässt", so Molterer.

Bei kleinen und mittleren Heizanlagen für Hackschnitzel und Pellets ist Österreich Technologieführer. So stieg allein von 2000 bis 2001 die Zahl von kleindimensionierten Hackschnitzelheizungen um 30 Prozent, die der Pelletsheizungen sogar um 40 Prozent. Bei mittleren Anlagen gab es einen Zuwachs von neun Prozent. Von den 483.400 überwiegend mit Holz beheizten Wohnungen werden rund 70.000 mit modernen Scheitholzkesseln, 12.300 mit modernen Pellets- und 24.500 mit modernen Hackgutfeuerungen. Der Rest wird durch "alte" Holzfeuerungen bzw. Allesbrenner sowie durch Kachelöfen versorgt.

Auch das neue Ökostromgesetz gebe klare Ziele vor, die sich auf die Entwicklung der erneuerbaren Energieträger positiv auswirken werden, unterstrich der Minister. Demnach muss bis 2008 insgesamt 78,1 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen. Der Anteil der Kleinwasserkraft muss auf neun Prozent erhöht werden, jener der sonstigen erneuerbaren Energieträger - dazu zählt in diesem Fall die Biomasse - auf mindestens vier Prozent.

In der Klimaschutzstrategie hat die Bundesregierung im Frühjahr festgehalten, welche Mittel für Maßnahmen in den kommenden Jahren bereitgestellt werden sollen. Ihr Gesamtausmaß beträgt rund 92 Millionen Euro. 54 Millionen Euro entfallen auf die Umweltförderung des Bundes im Inland, auf die Forcierung der landwirtschaftlichen Biomasse und auf emissionsmindernde Maßnahmen im Verkehr. 36 Millionen werden für Projekte im Ausland zur Verfügung geplant und zwei bis drei Millionen für ein "Aktionsprogramm Klima".

Für die Steigerung der Wirtschaftskraft im ländlichen Raum sei die Nutzung der Biomasse ein entscheidender Faktor, betonte Molterer. "Sie erhöht die Wertschöpfung, stärkt die regionale Eigenständigkeit und schafft neue Arbeitsplätze in Forst- und Landwirtschaft." Im Gegensatz zu Heizöl stellen Holzheizungen außerdem kein potenzielles Umweltrisiko dar, wie die heurige Hochwasserkatastrophe vor Augen geführt habe.

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