Knafl: Frage der Benés-Dekrete vor Beitritt lösen!

Temelin: Melker-Prozess umsetzen!

Wien/Oberösterreich (OTS) - "Es steht für mich außer Frage, dass die Benes-Dekrete - ebenso wie die Avnoj-Bestimmungen - den europäischen Grundwerten widersprechen, weil sie die Grundlage für Massenvertreibungen waren und einen gravierenden Eingriff in Menschenrechte darstellen. Diese Problematik muss daher vor der Ratifikation der Beitrittsverträge mit der Tschechischen Republik und mit Slowenien gelöst sein" erklärte der Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes Stefan Knafl anlässlich einer Informationskonferenz des Oberösterreichischen Seniorenbundes in Wels. "Dabei sind offene Fragen in Zusammenhang mit unaufgearbeiteter Geschichte mit unseren Nachbarn gemeinsam und in wechselseitigem Geist von Verständnis und Achtung aufzuarbeiten, so Knafl weiter.

Die bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union ist zweifellos eine der größten Herausforderungen in der bisherigen Geschichte der europäischen Integration. Österreich wird sich dadurch zum Kernland eines Europas entwickeln, in dem Stabilität und Sicherheit durch eine enge wirtschaftliche und politische Verflechtung sichergestellt sind.

"Ich weiß jedoch, dass einige Menschen der Fortführung der europäischen Idee noch unsicher und ängstlich gegenüberstehen. Deswegen ist für mich eine offene Diskussion - wie auf dieser heutigen Veranstaltung - und objektive Information über die Erweiterung der Europäischen Union ein wichtiges Anliegen" so Knafl weiter.

Die Erweiterung der EU bietet die historisch einzigartige Chance auf einen nachhaltigen Friedens- und Stabilitätsraum auf dem europäischen Kontinent. Knafl: "Ich fordere daher

- eine zügige und gut vorbereitete Erweiterung, damit die ersten Beitritte so rasch wie möglich, spätestens jedoch 2005 nach Ratifizierung der Verträge durch die nationalen Parlamente und der Zustimmung des Europäischen Parlaments erfolgen können

- eine offene und transparente Informationsarbeit über die Erweiterung

- die engagierte gemeinsame Aufarbeitung bilateraler Probleme im Hinblick auf Benes-Dekrete und Avnoj-Bestimmungen

- ein Mitteleuropa, das Frieden und Sicherheit, Wohlstand und Wachstum, Einheit und Vielfalt, Lebensqualität und Nachhaltigkeit für alle Generationen bietet".

Zum Problem des tschechischen Atomkraftwerks Temelin stellt Knafl klar, dass eine Vereinbarung Österreichs mit Tschechien - der Melker Prozess - existiert und diese auch einzuhalten ist. Für Knafl ist aber die "Nullvariante" -der völlige Ausstieg aus der Atomkraft - der beste Weg.

"Sogar ein tschechischer Experte sagte kürzlich, dass die Stilllegung von Temelin immer noch günstiger als der Weiterbetrieb ist. Ich appelliere daher an die tschechische Regierung sich zu überlegen, ob nicht der völlige Ausstieg aus der Atomkraft der wirtschafts- und sicherheitspolitisch vernünftigste Weg wäre", so Knafl.

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