Leitl: Sparefroh ist auch Symbol für Unternehmensgründer

Eigenkapitalbildung funktioniert nicht durch Geldparken im Gurkenglas

Wien (PWK781) - "Der erste Euro-Weltspartag zeigt, dass das Vertrauen, das wir in die neue europäische Währung gesetzt haben, berechtigt war. Nun geht es darum, in den kommenden Monaten, das Vertrauen auch gesamtwirtschaftlich zu beweisen um so rasch als möglich diese schwierige Lage zu meistern", betonte heute, Mittwoch, Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl vor dem morgigen Weltspartag. So wie die Österreicherinnen und Österreicher im privaten Bereich das Ziel hätten, ihre Sparanlagen gewinnbringend und zukunftsträchtig anzulegen, müsse dies auch für die Wirtschaft gelten. "Das individuelle Sparen hat im Sinne von Vorsorgen ungemindert Relevanz. Wir wollen aber, dass sich zum Sparefroh ein unternehmerischer Gedanke gesellt", so Leitl.

Nicht umsonst habe die Wirtschaftskammer Österreich das Jahr 2002 zum "Jahr der Gründer" ausgerufen. Rund 30.000 Unternehmensneugründungen werde man in diesem Jahr verzeichnen. Um diese "stolze Summe" weiter zu steigern müsse man besonders im Bereich der Finanzen ansetzen und attraktive Finanzierungsinstrumente schaffen. Gerade angesichts des Weltspartages habe das Gründungssparen hier Relevanz, unterstrich der WKÖ-Präsident. Eigenkapitalbildung könne nämlich nicht durch ein "Geldparken im Gurkenglas" funktionieren. Aus diesem Grund habe man sich entschlossen, gemeinsam mit den Bundesländern und der Bürges Förderungsbank mit einem attraktiven und zukunftsweisenden Angebot in den Markt zu gehen.

Das System ist einfach: Wer heute Geld spart und es für seine Gründung verwendet, erhält zusätzlich zu den Zinsen eine Prämie von 14% der angesparten Summe (bis zu 7.700 Euro). Ausgezahlt wird dieses Geld aber nur nach einer Anmeldung für den Gründungsbonus. Mit der Anmeldung sind keine Verpflichtungen verbunden. Wer anspart, aber dann doch nicht gründet, bekommt zwar keinen Gründungsbonus, verliert aber keinen Cent. Wer den Gründungsbonus nutzen will, der muss erstmals wirtschaftlich selbständig tätig oder schon länger als 5 Jahre nicht mehr selbstständig sein.
Im ersten Halbjahr 2002 habe die Ansparsumme 831.000 Euro betragen, für das Gesamtjahr sei mit einer Ansparsumme von rund 1.7 Mill. Euro zu rechnen. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Gründungsgeschehen in Österreich könne man darauf aufbauen. Trotzdem müsse der Bekanntheitsgrad dieser "Sparform" stark steigen um die Dynamik die in der Gründerszene herrsche, weiter auszubauen, appellierte Leitl an die Banken. "Fast jeder Jugendliche oder Student verfügt über einen Bausparvertrag. Ein nicht unerheblicher Teil denkt bereits in jungen Jahren und nicht erst mit 30 daran, sich selbständig zu machen. Wenn dieses Geld sinnvoll im Rahmen des Gründungssparens weiterveranlagt werden kann, würde in vielen Fällen beim Schritt in die Selbständigkeit das Eigenkapital nicht fehlen", schloss der WKÖ-Präsident. (us)

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