Broukal: "Schüssel hat Oberfoul an der Demokratie begangen"

Cap: "Vierzehn Jahre mit Schüssel waren dreimal so teuer wie dreizehn Jahre Kreisky allein"

Wien (SK) Bei einem Gespräch mit SPÖ-Klubobmann Josef Cap erläuterte SP-Kandidat Josef Broukal am Dienstag seine Beweggründe, warum er den ORF verlassen hat und sich in der SPÖ engagiert. Schüssel habe sich seine "erste Mehrheit erschwindelt" - es könne nicht sein, "dass sich Schüssel nachträglich die Legitimation für dieses Oberfoul an der Demokratie holt." Die SPÖ habe unter Alfred Gusenbauer "ein neues Fundament" bekommen, gleichzeitig sei das ewig gültige sozialdemokratische Gedankengut wieder in den Vordergrund gerückt: "Denen helfen, die sich nicht selbst helfen können". Dass die SPÖ unter Alfred Gusenbauer attraktiv geworden ist, zeige auch der Einstieg von Gertraud Knoll, die Broukal als "jemand, der die Menschen bewegt" bezeichnete: "Gertraud Knoll nötigt mit eine unaussprechliche Hochachtung ab." ****

Eine weitere Motivation Broukals sei die schwarz-blaue Finanzpolitik gewesen: Der "heiligen Kuh" Nulldefizit sei zu viel geopfert worden, so Broukal. Josef Cap merkte hierzu an, dass sich mittlerweile selbst in der Industriellenvereinigung zunehmend Unmut über Schwarz-Blau zeige. Im Übrigen gestalte sich des Noch-Finanzministers Jobsuche schwieriger, als viele glauben: "Es kann sein, dass Grasser in den nächsten Wochen auf der Bundesliste der ÖVP landet, damit er überhaupt etwas hat". Darüber hinaus sei ein "Kassasturz dringend notwendig": Die ÖVP müsse endlich ihre Verantwortung wahrnehmen. Zur ÖVP-Finanzpolitik unterstrich Cap: "Vierzehn Jahre mit Schüssel waren dreimal so teuer wie dreizehn Jahre Kreisky allein"

"Ich habe die letzten zweieinhalb Jahre als sehr schmerzlich erlebt", beschrieb Broukal sein Verhältnis zur schwarz-blauen Regierung. Es sei erstaunlich, wie schnell sich die SPÖ gewandelt hat." Die Beweggründe , sich der SPÖ anzuschließen seien zahlreich gewesen. Die wichtigsten: Gusenbauer sei glaubhaft wenn er dafür eintrete, mit den Staatsschulden Schluss zu machen und kleine und mittlere Einkommen zu entlasten.

Zu seinem beruflichen Leben in den vergangenen zwei Jahren sagte Broukal, es habe zu keiner Zeit derart "tödliche Interventionen" wie unter der schwarz-blauen Regierung gegeben: "Die letzten zwei Jahre waren von einer Deutlichkeit der Interventionen gekennzeichnet, wie ich es bisher nicht kannte."

Josef Cap nahm Broukals Ausführungen zum Anlass, um das allgemein autoritäre gesellschaftliche Klima zu beschreiben, welches Schwarz-Blau ausgerufen habe: So zitierte er diverse Überlegungen des blauen Justizministers Böhmdorfer, der unter anderem damit geliebäugelt habe, ihm nicht genehme Journalisten hinter Gitter zu bringen. Haiders Ausspruch von der fütternden Hand, die man nicht beißen dürfe, habe sich durch die letzten Jahre gezogen. Kanzler Schüssels Verhalten sei geradezu "symptomatisch": "Nicht umsonst ist Schüssel in das Metternich-Zimmer umgezogen". Broukal dazu:
"Schüssels Kaltschnäuzigkeit war erschreckend". (Schluss) bm

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0001