Haider attackiert in NEWS VP-Chef: "Schüssel geht über Leichen."

Haiders Absage an Schwarz-Blau: "Die ÖVP kann sich gleich nach einem neuen Partner umschauen."

Wien (OTS) - In einem Interview mit der bereits morgen
erscheinenden neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS rechnet Jörg Haider mit Kanzler Wolfgang Schüssel ab:

- "Schüssel ist ein treuloser Spieler, der die Koalition gebrochen hat. Das sollte man nicht belohnen."

Weiters meint der Ex-FP-Chef wörtlich:
- "Wenn ein FP-Wähler Schüssel seine Stimme gibt, weiß er, dass er beiträgt, einen Verrat zu belohnen. Schüssel ist jemand, das musste ich leider erkennen, der keine Skrupel hat und eiskalt seine persönlichen Interessen verfolgt. Und seine Kälte ist offenbar so brutal, dass er bereit ist, auch über Leichen zu gehen."

Auf die Frage, ob er der FPÖ abraten werde, Schüssel erneut zum Kanzler zu machen, antwortet Haider:
- "So ist es. Die Parteiführung wird wissen, was zu tun ist, wenn sie einigermaßen meiner Analyse zustimmt, dass Schüssel die Koalition mutwillig gebrochen hat und der FPÖ einen Todesstoß versetzen wollte."

Darauf angesprochen, dass Schüssel eine Koalition mit der "Knittelfelder FPÖ" ablehnt, kontert Haider:
- "Dann ist die Entscheidung ohnehin schon gefallen. Denn die Beschlüsse von Knittelfeld sind eins zu eins FP-Programm. Und führende Funktionäre der FPÖ und die Mehrheit der Delegierten sind sogenannte Knittelfelder. Die VP kann sich also gleich nach einem neuen Partner umschauen."

Für die FPÖ sei bei der Wahl "ein Ergebnis zwischen 15 und 20 Prozent realistisch." Haider erwartet sich zudem, dass "alle jene, die sich zur Unzeit aus ihren Ämtern zurückgezogen haben, aber dann auf ihren Ministersesseln bei vollen Bezügen weiter sitzen geblieben sind, die FPÖ in einer schwierigen Situation unterstützen."

Er selbst werde "helfen, wo Reichhold eine Notwendigkeit sieht." Auf die Kritik Reichholds am Solowahlkampf der Kärntner FPÖ erwidert Haider: "Ich verstehe nicht, dass sich Reichhold mit solchen Dingen befasst. Er hat eine Landesgruppe, die ihm ein gutes Ergebnis präsentieren will und wird. Und da kämpft ein Landeshauptmann für ihn, den er nicht einmal auf die Nationalratsliste setzen will."

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