Gertraud Knoll im Team von Alfred Gusenbauer - Knoll soll Staatssekretärin für neue soziale Fragen werden

Knoll übernimmt "mit großem Herzklopfen" eine neue faszinierende Aufgabe

Wien (SK) Gertraud Knoll gehört seit heute dem Team von SPÖ-Vorsitzendem Alfred Gusenbauer an. Gusenbauer stellte die ehemalige evangelische Superintendentin, die auch zu den führenden Vertretern des Sozialstaatsvolksbegehrens zählt, am Dienstag in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit als neues Mitglied in seinem "Kabinett des Lichts" vor. Knoll soll einer SPÖ-geführten Regierung als Staatssekretärin für neue soziale Fragen und Generationen angehören. "Ich bin stolz, eine solche Persönlichkeit für mein Team gewonnen zu haben", sagte Gusenbauer. Knoll begründete ihren Wechsel in die Politik, damit, dass sie Gusenbauer vertraue, "dass er meint, was er plakatiert": "Weil der Mensch zählt". ****

Knoll bekannte, sie verstehe jetzt, was Josef Broukal gemeint hatte, als er von einem "großen Herzklopfen" sprach. Sie betonte die Faszination der Aufgabe, im Team von Alfred Gusenbauer mitzuarbeiten. Ihre zentrale Aufgabe sieht sie darin, benachteiligten Menschen eine Stimme und politisches Gewicht zu geben, deren Armutsrisiko vom klassischen Sozialstaat nicht erfasst werde. "All diese Menschen und Schicksale verdienen es, ernst genommen, beachtet und gewürdigt zu werden", sagte Knoll. Sie erklärte, dass der Staat seine Verantwortung für die neuen Armutsrisiken wahrzunehmen habe.

Den Zugang von Alfred Gusenbauer zu dieser Themenstellung hält Knoll für richtig, wo sich Budgetstabilität und neuer Gestaltungswille und Reformwille verbinden. Sie betonte: "Ein starker Sozialstaat muss über budgetären Spielraum verfügen. Soziale Sicherheit auf Pump anzulegen, kann nicht funktionieren." Knoll sprach von einer "Verpflichtung zu Solidarität": "Dafür bin ich ab heute Alfred Gusenbauer im Wort."

"Wir haben es mit einer Reihe von neuen sozialen Problemlage zu tun", die der klassische Sozialstaat nicht erfasse, erklärte Gusenbauer die Notwendigkeit für eine Erweiterung der sozialstaatlichen Perspektive. Vor allem ältere Menschen, behinderte und beeinträchtigte Menschen seien von zunehmender Armutsgefährdung bedroht, so Gusenbauer. "Für neue soziale Fragen müssen neue Wege in der Sozialpolitik beschritten werden", sagte Gusenbauer. Überdies sei die Sorge groß, dass die Pensionen nicht durch möglichst hohe Beschäftigung gesichert werden, sondern dem Auf und Ab der Aktienmärkte ausgesetzt würden.

"Die SPÖ hat sich intensiv mit diesen Fragestellungen beschäftigt", so Gusenbauer. Er hob es "als besonderes Anliegen" hervor, dass rund 500.000 Menschen mit einer Form von Behinderung oder Beeinträchtigung leben müssen und dass die Zahl derer, die im Zuge ihres Lebens unter einer physischen oder psychischen Beeinträchtigung leiden müssen, zunimmt.

"Diese neuen sozialen Problemlagen erfordern eine ganz besondere Aufmerksamkeit von der Politik", betonte der SPÖ-Vorsitzende. Das sei auch der zentrale Gedanke beim geplanten Staatssekretariat für neue soziale Fragen und Generationen.

"Eine neue österreichische Bundesregierung, die einen echten Neuanfang bringen soll, braucht auch so etwas wie eine Mutter Courage in ihren Reihen", sagte Gusenbauer. Er betonte: "Ich bin stolz, eine solche Persönlichkeit für mein Team gewonnen zu haben." Gusenbauer hob ihr soziales Engagement hervor, das sie sowohl im Beruf als auch als engagierte Staatsbürgerin an den Tag gelegt habe. "Gertraud Knoll hat immer Mut zum Risiko bewiesen", sagte Gusenbauer. Er fügte hinzu:
"Getraut Knoll ist Angehörige des Kabinetts des Lichts, und mit jeder Persönlichkeit, die ich vorstelle, steht die schwarz-blaue Regierung mehr im Schatten."

Knoll erklärte, dass sie, zu dem Zeitpunkt, an dem sie eine parteipolitische Kandidatur antrete, aus ihrem geistlichen Amt ausgeschieden sei. Sie sei am Samstag von Gusenbauer gefragt worden und habe sich gestern dafür entschieden, das Angebot der Sozialdemokraten anzunehmen. Knoll erklärte auf Anfrage, dass sie schon einmal, nämlich im Jahr 1995 gefragt wurde, ob sie in ein Ministeramt wechseln wolle. Damals hatte ihr Wolfgang Schüssel das Amt der Familienministerin angeboten, ebenfalls eine Option seien das Umwelt- oder Unterrichtsressort gewesen.

Das Staatsekretariat für neue soziale Fragen sieht Gusenbauer auch als "Zeichen für eine neue, innovative Politik, die all jenen, die bisher keine Stimme hatten, eine Stimme gibt". Auf die Journalistenfrage, warum keine Frauen für "harte" Ressorts vorgesehen seien, antwortete Gusenbauer mit der Gegenfrage: "Welche Ressorts verfügen über die meisten Mittel und welche Ressorts haben die größten und wichtigsten Aufgaben?" Eine Kategorisierung in harte und weiche Ressorts halte er, Gusenbauer, für wenig sinnvoll. (Schluss) wf

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