Schwache Delhi-Deklaration - Rückschritt im Klimaschutz-Prozess?

Wien (OTS) - Die achte Vertragsstaaten-Konferenz zur UN Klimarahmenkonvention in Neu-Delhi geht in ihre entscheidende Phase. Zentrales Diskussionsthema ist derzeit die sogenannte Delhi-Deklaration, deren Entwurf durch den indischen Umweltminister und Konferenzpräsidenten Baalu vor kurzem vorgelegt wurde. Wer sich von dieser Deklaration einen entscheidenen Beitrag für den künftigen Klimaschutz erwartet hatte, wurde schwer enttäuscht. Die Erklärung beschränkt sich auf einige allgemeine Sätze zur nachhaltiger Entwicklung ohne konkrete Ziele zu benennen. Selbst eine Aufforderung zur raschen Ratifizierung des Kyoto-Protokolls an diejenigen Staaten, die das Inkrafttreten durch ihre Verzögerungstaktik weiter verhindern, fehlt.

Das Klimabündnis, ein Zusammenschluss von 1000 Europäischen Städten und Gemeinden mit Indianervoelkern Lateinamerikas, fordert für eine Deklaration, die einen Fortschritt im globalen Klimaschutz-Prozess einleitet:

- Klare Vorgaben von Reduktionszielen für die Zeit nach der Kyoto-Zielperiode, d.h. nach 2012, die sich an der Belastungsgrenze des Ökosystems Erde orientieren. Speziell unter dem Aspekt der Nord-Süd-Gerechtigkeit ist eine Festlegung auf nachhaltige, global gerechte Pro-Kopf-Emissionswerte mittelfristig anzustreben. Dies erscheint umso dringlicher, als die derzeitigen Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll - angesichts der Weigerung der USA, das Protokoll zu ratifizieren - nicht einmal ausreichen werden, um die Emissionen der Industriestaaten weltweit merkbar zu reduzieren.

- Bestätigung und Stärkung des IPCC, des UN-Gremiums zur Koordination der weltweiten Klimaforschung, gegen aktuelle Bestrebungen von Seiten der USA und der OPEC-Staaten, diese führende Institution und ihre Ergebnisse in Frage zu stellen.

- Anerkennung indigener VertreterInnen als speziell betroffene Gruppe in Kombination mit entsprechenden Mitsprachemöglichkeiten in zukünftigen Klimakonferenzen.

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