MOLTERER: ÖSTERREICH IST STOLZ AUF SEINEN NEUEN NATIONALPARK GESÄUSE

Bevölkerung hat Nationalparks ins Herz geschlossen - Wichtige regionale Impulsgeber

Wien/Admont (OTS) - "Österreichs Familie der Nationalparks wird heute um ein Mitglied reicher. In relativ kurzer Zeit ist es in der Steiermark gelungen, im Gesäuse einen Nationalpark aus der Taufe zu heben, der den Vergleich mit den bestehenden Nationalparks in Österreich nicht zu scheuen braucht. Ganz Österreich ist stolz darauf." Das erklärte Umwelt- und Landwirtschaftsminister bei der heutigen Eröffnung des Nationalparks heute, Samstag, in Admont.****

Heute beginne im Gesäuse eine neue Entwicklung, sagte Molterer. "Mit der bevorstehenden Gründung einer Betriebsgesellschaft fällt der Startschuss für die intensive Phase des Aufbaues von Infrastruktur und der Entwicklung von Dienstleistungen. Qualifiziertes und gut ausgebildetes Personal bildet das Herzstück eines jeden Nationalparks. Denn die Errungenschaften des Natur- und Artenschutzes sollen ansprechend vermittelt werden. Forschung, Bildung und Erholung sind neben dem Hauptziel des Naturschutzes die Grundpfeiler eines Nationalparks", so der Minister weiter.

Eine brandneue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts OGM bestätigt, dass Österreicherinnen und Österreicher ihre Nationalparks ins Herz geschlossen haben. 83 Prozent halten die "Errichtung und Erhaltung von Nationalparks im Vergleich zu anderen politischen Anliegen für sehr wichtig". Insbesondere die Jungen halten Nationalparks für besonders wichtig, "die hauptsächlich zum Schutz von Ökosystemen und zu Erholungszwecken errichtet wurden". 89 Prozent der unter 30-jährigen sind dieser Meinung.

Vor diesem Hintergrund hat die Errichtung und Eröffnung des 6. Österreichischen Nationalparks am 26. Oktober im Gesäuse/Steiermark einen besonderen Stellenwert. Was Minister Wilhelm Molterer besonders freut: Dass er nach dem Nationalpark Thayatal in dieser Legislaturperiode bereits den zweiten Nationalpark eröffnen kann. "Die Nationalparkidee ist in Österreich auf einen fruchtbaren Boden gefallen. Wir haben jetzt ein Netz an Nationalparks, das vom Dach der Hohen Tauern bis zu den Ebenen des Nationalparks Neusiedlersee-Seewinkel die landschaftliche Vielfalt und Schönheit Österreichs bestens präsentiert."

Die Österreicher sehen und schätzen die Nationalparks nicht nur als Schutzzone für die Natur, sondern Nationalparks sind auch Besuchermagneten. 34 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher haben in den letzten zwei Jahren einen oder mehrere Nationalparks besucht, im nächsten Jahr planen 24 Prozent schon ganz konkret einen weiteren Besuch.

Dieses Interesse wird auch von den Nationalparkverwaltungen registriert: Die Besucherzahlen haben in den letzten Jahren in allen österreichischen Nationalparks enorm zugenommen. "Die speziellen Angebote und Programme der Nationalparkverwaltungen werden bestens in Anspruch genommen, immer mehr Österreicherinnen und Österreicher schätzen die einzigartigen Naturerlebnisse, die mit einem Nationalparkbesuch verbunden sind", freute sich Molterer. Allein im Jahr 2001 haben rund 120.000 Menschen die Informationszentren der Nationalparks besucht, wobei insgesamt mehr als 3.000 Exkursionen und Veranstaltungen organisiert wurden. Besonders häufig frequentieren Schulklassen im Rahmen von Projekttagen und Projektwochen die Nationalparks. Im Schnitt lernen auf diese Weise jährlich rund 80.000 Jugendliche den Wert der österreichischen Naturschätze intensiv kennen.

Im europäischen Vergleich ist Österreich eines der Länder mit der höchsten Vielfalt an Arten und Naturraumtypen. Rund 3 % der Staatsfläche sind bereits Nationalpark. Addiert man die Flächen aller geschützten Gebiete Österreichs, so kommt man auf rund 25 % der Landesfläche. "Das ist im europäischen Vergleich ein herausragender Wert", unterstrich Molterer.

Ebenso wichtig ist allerdings die Aufgabe, die Nationalparks noch bekannter zu machen. Derzeit ist der Nationalpark Hohe Tauern der Bekannteste (93%), gefolgt vom Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel (84%), Nationalpark Donauauen (82%) und Nationalpark Österreichische Kalkalpen (55% Bekanntheit). Der bisher jüngste Nationalpark Thayatal, erst 2000 eröffnet, kann da noch nicht mithalten, ihn kennen erst 32 Prozent.

Ein besonderes Anliegen ist es weiters, die Qualität der Nationalparks zu sichern. Ausschlaggebend für den Erfolg seien die Einbeziehung der Grundbesitzer und der Bevölkerung in den Entscheidungsprozess, die angemessene Abgeltung wirtschaftlicher Nachteile und die Ausrichtung der Nationalparks nach den Kriterien der Welt-Naturschutzunion IUCN.

Mittlerweile haben fast alle heimischen Nationalparks die Bedingungen für die Anerkennung durch die IUCN erfüllt. "Auch der Nationalpark Gesäuse sollte sich nach den Empfehlungen der IUCN ausrichten und jenen Standard erreichen, der ein internationales Ansehen sichert", betonte Molterer. "Ziel muss sein, für eine nachhaltige, umweltverträgliche Nutzung der natürlichen Ressourcen zu sorgen. Leistungen zugunsten der Natur müssen abgegolten werden, ebenso Nutzungsverzichte oder wirtschaftliche Einschränkungen. In diesem Sinne agieren unsere Nationalparks höchst erfolgreich und erfüllen gewissermaßen eine Vorbildfunktion."

Nationalparks haben letztlich auch für die Regionen wichtige Bedeutung, einerseits für den Tourismus, andererseits für die Wirtschaft (insbes. Gastronomie, Beherbergung, Lebensmittelproduktion). "Nationalparks entwickeln sich immer mehr zu Leitprojekten von Regionen. Sie sind nicht nur Impulsgeber für die Bewusstseinsbildung im Umweltschutz, sondern auch für Gewerbe und Tourismus. Vor drei Jahren wurde daher mit dem Begriff 'Nationalparks Austria' eine eigene Dachmarke als Werbe- und Imageträger geschaffen. Den Nationalpark Gesäuse heiße ich unter diesem gemeinsamen Dach herzlich willkommen", betonte Minister Molterer.

Diese wichtige regionale Funktion der Nationalparks scheint auch für die Wertschätzung der Bevölkerung mit ein Grund zu sein. 76% halten die Nationalparks für die Wirtschaft der jeweiligen Region für vorteilhaft. Gar 95 % teilen die Meinung, dass "Nationalparks für den Tourismus der jeweiligen Region eher Vorteile bringt".

Wichtig sei auch der ständige Dialog, wie er in den regionalen österreichischen Nationalparkgremien geführt werde. Er sichere eine regelmäßige Evaluierung der Entwicklung und wirke vertrauensbildend. "Für die regionale Bevölkerung ist ein Nationalpark in der Regel ein Projekt mit vielen Fragezeichen. Daher ist es umso wichtiger, dass die Verwaltung im Sinne der Erfüllung seines öffentlichen Auftrages transparent und kooperativ arbeitet. Mein Dank gebührt daher allen, die sich um das Zustandekommen des Nationalparks Gesäuse besonders bemüht haben," so Molterer abschließend.

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