Wiener Gemeinderat (2)

Aktuelle Stunde

Wien (OTS) - Das Thema der Aktuellen Stunde war: "'Lesen macht keinen Spaß', sagt fast die Hälfte der österreichischen Jugendlichen". Knapp 15 Prozent können nicht oder kaum lesen, so der alarmierende Befund der PISA-Studie. Diese negativen Ergebnisse der PISA-Studie nahmen die Wiener Grünen zum Anlass, dieses Thema in der Aktuellen Stunde zu diskutieren.

GR Mag. Christoph Chorherr (G) betonte die große Bedeutung des Lesens für die Gesellschaft. Nur sieben bis acht Prozent der Wienerinnen und Wiener nützen das Angebot von Bibliotheken. Er, Chorherr, sehe auch eine Problematik beim übermäßigen Konsum von Fernsehen und Computerspielen. Es seien dringend Konsequenzen für das Bildungssystem erforderlich, und die Stadt Wien sollte Initiativen zur Förderung des Lesens setzen.

GR Prof. Walter Strobl (ÖVP) begrüßte das pädagogisch-politische Thema der Aktuellen Stunde. Eine Verbesserung der Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler sei auch eine Frage der Lehrerausbildung. Erfreulicherweise gebe es seit Herbst das von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer ins Leben gerufene Pilotprojekt "Lesestandards" an österreichischen Schulen.

GR Ing. Herbert Rudolph (FPÖ) erklärte, dass die Erkenntnisse der PISA-Studie nicht neu seien, sondern bereits vor rund zehn Jahren eine Kritik am Lesevermögen der Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Studie geübt worden sei. Rudolph mokierte sich über die neuen Regelungen des Stadtschulrates zur Normierung von Schummelzetteln.

GR Martina Malyar (SPÖ) bezeichnete das Lesen als eine gesellschaftspolitische Herausforderung. Lesen sollte aber nicht "von der Schule verordnet werden", sondern einen lustbetonten Aspekt haben. Malyar regte eine Aktion "Lesen statt Saufen" beim Bundesheer an, und dass man zu Weihnachten mehr Bücher schenken sollte.

GR Susanne Jerusalem (G) kritisierte, dass die Politik bislang die Ergebnisse der PISA-Studie ignoriert habe. Alle bei der Lesekompetenz erfolgreichen Länder, wie zum Beispiel Finnland und Kanada verfügten über das Gesamtschulsystem. Der gegenwärtige Literaturunterricht stößt sehr häufig nicht auf das Interesse der Schüler, meinte Jerusalem. Sie forderte eine Alphabetisierungs- und Lesekampagne der Stadt Wien.

GR Dr. Andreas Salcher (ÖVP) stellte seiner Meinung nach parteipolitische Propaganda im Rahmen der Vorwörter des Buches "Ewigkeitsgasse" von Frederic Morton fest. Weiters übte er Kritik an den Regelungen zur Normierung der Schummelzettel vom Wiener Stadtschulrat und sprach sich für ein leistungsorientiertes Schulsystem aus.

GR Johann Römer (FPÖ) forderte qualitätssichernde Maßnahmen der Stadt Wien hinsichtlich des Schul- und Bildungswesens. Er äußerte die Vermutung, dass es bis dato noch keine Gespräche zwischen Bildungsstadträtin Grete Laska und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer gegeben habe.

GR Jürgen Wutzlhofer (SPÖ) würdigte die Aktion "Eine Stadt. Ein Buch" der Stadt Wien zur Förderung des Lesens. Der Aus- und Neubau der Wiener Hauptbibliothek sei ein deutliches Zeichen für die Wertigkeit von Büchern und Lesen in Wien. Wutzlhofer ortete eine mangelnde Unterstützung seitens der Bundesregierung im Rahmen der Förderung der Lesekompetenz und des Bildungswesens. (Forts.) du/rr

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