"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Reichholds famose Logik (von Claudia Grabner)

Ausgabe vom 25.10.2002

Klagenfurt (OTS) - Nein, Angst vor einem schlechten Wahlergebnis habe ich keine. Weil - Achtung, festhalten! - es nicht um Prozente geht, sondern darum, dass wir regieren wollen. Famos, diese Logik eines Mathias Reichhold. Famos und in seiner Naivität dermaßen unverschämt, dass man zunächst einmal kräftig nach Atem ringen möchte, um das nicht unwesentliche Ausmaß seiner Ansage nicht nur faktisch, sondern in seiner ganzen Tatsächlichkeit zu verstehen.

Im Klartext: Reichhold lässt die mögliche Abwahl seiner Partei durch die Wählerschaft kalt. Der blaue Absturz von 26,9 Prozent auf derzeit prognostizierte zehn bis 15 Prozent - für den freiheitlichen Chef null Problem. Einmal kurz die Achsel gezuckt und dann frisch auf zur Koalitionsverhandlung mit Wolfgang Schüssel. Die sollte - so die ÖVP den Verlust ihres Wendepartners mit einem satten Zuwachs abfedert - freilich nicht mehr als Chimäre sein. Es wird halt ein bisserl geplaudert werden. Abgemauschelt ist's ohnehin schon...

Warum sonst ließe sich Reichhold in seiner erfrischenden Blauäugigkeit zur Feststellung hinreißen: Ich bin überzeugt, dass wir mit der ÖVP den Reformweg fortsetzen können. Ja, warum sonst, wenn nicht aus seinem Wissen heraus, dass schon alles gemacht ist? Österreich muss klar sein: Wenn sich Schwarz-Blau ausgeht, kommt Schwarz-Blau.

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