Broukal zum Ziel Nulldefizit: Mit Augenmaß erreichen

Wien (SK) "Wichtig ist, wie man das Null-Defizit erreicht, ob
auf Teufel komm raus, mit unsozialen Maßnahmen oder mit Augenmaß. Ich bin für Augenmaß", sagte der SPÖ-Kandidat für die kommende Nationalratswahl, Josef Broukal, am Donnerstag bei einem Livechat der Tageszeitung "Der Standard". Eine Politik des Abwürgens der Konjunktur, wie Schwarz-Blau sie betrieben habe, sei nicht zielführend. Die SPÖ steht für Broukal einerseits für den glaubhaften Verzicht auf neue Schulden, andererseits aber auch für soziales Engagement, "nach dem Kahlschlag zugunsten der heiligen Kuh Nulldefizit." Würde er Bildungsminister, so nähme Broukal sowohl die Studiengebühren, als auch den Verlust der studentischen Mitbestimmung wieder zurück. Die Regierungszeit von Schwarz-Blau sei für ihn gerade mit solchen Maßnahmen wie Studiengebühren, Unfallrentenbesteuerung und "dem Krieg gegen Sallmutter" behaftet. Broukal befand einen Mindestlohn von 1000 Euro als "nicht zu hoch gegriffen - das wird sich die Wirtschaft hoffentlich leisten können." ****

Broukal nannte den Umgang, den ÖVP-Innenminister Strasser mit Asylbewerbern pflege, "sehr unchristlich": so dürfe man mit Menschen nicht umgehen. Zur aktuellen Entwicklung in der FPÖ meinte der SPÖ-Kandidat für die Nationalratswahlen, es mache ihn eher traurig,, dass "in der FPÖ an die Spitze kommen kann, wer will, es bleiben stets die alten fürchterlichen Töne: der Slowene Petritsch, die Anti-Ausländer-Agitation, der Abwehrkampf gegen das neue Europa."

Zu einer möglichen Wahlaltersenkung äußerte sich Broukal alles andere als kritisch: "Warum nicht? Im Burgenland hat es ja auch funktioniert." Im Medienbereich sprach er sich für eine Anhebung der Qualität aus und machte sich für privates Fernsehen stark: "Es gibt kein elftes Gebot, wonach man kein Privatfernsehen haben soll."

Was die aktuelle politische Lage in Nahost anbelangt, plädierte Broukal dafür, gegenüber dem Irak Krieg nur als allerletztes Mittel zu sehen: "Ich habe die neuen CIA-Beweise noch nicht gesehen, sondern immer nur alte Fernsehbilder." Er sei allerdings nicht für die Abschaffung des Bundesheeres in Österreich.

Broukal sprach auch gesellschaftspolitische Themen während des Chats an, so unter anderem das Modell der Homosexuellen-Ehe, das er befürworte. Als wichtigste Reformen in der Geschichte Österreichs nannte er jene unter Bruno Kreisky, wie zum Beispiel das Gratis-Schulbuch oder die Öffnung der Universitäten. (Schluss) re

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