"DIE MUCHA" + "SiGNORA": Versagen der Fleisch-Kontrolle Gesetzeslage verhindert effiziente Massnahmen

Barbara Mucha: "Bekanntgabe der 'Lebensmittelsünder' muss passieren!"

Wien (OTS) - Lebensmittel-Eiland Österreich? Von wegen. Die
Schande ist aber nicht allein, daß verdorbene, faule, unhygienische Lebensmittel auf den täglichen Eßtisch des Österreichers kommen, sondern die Ohnmacht der offiziellen Kontrollorgane dagegen Maßnahmen zu setzen. Daß Ware verdorben oder mit Krankmachern kontaminiert ist, daran ist man in Zeiten von Nitrofen und Acrylamid scheinbar schon gewohnt. Daß derzeit die größte Fleisch-Rückhol-Aktion der US-Geschichte (14 Millionen Kilo Listeria-verseuchtes Geflügel) stattfindet, ist hierzulande nicht mal mehr Thema. Offensichtlich vertrauen Behörden und Medien darauf, daß der nationale Magen viel vertragen kann. Und vermeidet logische Rückschlüsse und Untersuchungen, wenn wie kürzlich Kinder in der Steiermark und Kärnten an Salmonellen und Hepatitis A erkranken.

Das Testergebnis des Bundesländer-Fleischtests, den der Verlag "Barbara Mucha Media G.m.b.H" über die Sommermonate durchführen ließ, bescheinigt Österreich keineswegs "einen Platz im vorderen Drittel Europas", wie das Marktamt Wien bezeugt. 87 Proben von abgepacktem Geflügel und Schwein wurden nach allen staatlich vorgeschriebenen Parametern in den dafür zuständigen Instituten untersucht. Als straffällig nach Untersuchungsergebnis wurden 26 Proben erachtet. Davon betroffen sind die folgenden Firmen: ADEG (2 Fälle), BILLA (4), EUROSPAR (1), HOFER (2), INTERSPAR (3), MERKUR (3), MONDO (1), MPREIS (3), NAH & FRISCH (1), SPAR (2), ZIELPUNKT (4). Erwiesener potentieller Strafbestand: Inverkehrbringen zu beanstandender Lebensmittel. Das Fleisch war entweder schon komplett verdorben oder als "nur" verwaltungsstrafrechtlich zu ahnende Vorstufe "wertgemindert". Zudem verzeichnete man als Vergehen Verkauf nach Ablaufdatum sowie überkleben bzw. unkenntlich machen früherer Etiketten.

Die Folgen jedoch sind marginal und enthüllen ein generelles Handlungsdefizit in diesem Land: Als EINZIGE öffentliche Stelle erstattete das Marktamt Graz Strafanzeige und zeigte sich erfreut, daß man gerade als Medium flexibler und wirksamer mit so einem beschämenden Ergebnis umgehen kann. Tatsache ist nämlich, daß zwar ständig Kontrollen durch die Marktämter der Bundesländer durchgeführt werden. Doch Gesetz und staatliche Gesundheitsvorsorge erstickt jedes effiziente Vorgehen gegen Vergehen der Lebensmittelindustrie. Denn nach Auskunft der befragten Marktämter wird der Großteil der Anzeigen aus Mangel einer zu belangenden Rechtsperson wieder eingestellt. Resultiert im Ausnahmefall ein Prozess, wird vornehmlich der Filialleiter vorgeschoben und nicht das Unternehmen belangt. Entsprechend kommt es maximal zur Kündigung eines Einzelnen, nicht zum Eingriff in eine unkorrekt arbeitende Firmenstruktur. Sollte ein Lebensmittelunternehmen tatsächlich als solches verurteilt werden, bewegt sich die Strafe in der Größenordnung von in Relation lachhaften 2.000 EURO. UND: Die Namen betroffener Firmen werden der Öffentlichkeit, damit dem angeblich 'mündigen' Konsumenten, sogar bei rechtskräftiger Verurteilung vorenthalten!

Barbara Mucha fordert entsprechend von den Wirtschaftskammern und Ministerien sofortige Änderungen zugunsten eines aufgeklärten, eigenverantwortlichen Konsumenten:

+) SOFORTIGE BEKANNTGABE SOGENANNTER "LEBENSMITTELSÜNDER":
HERSTELLER UND VERTRIEBSFIRMEN VON LEBENSMITTELN, DEREN WARE SICH ALS STRAFRECHTLICH ZU VERFOLGEN ERWIESEN HAT

+) HÖHERE STRAFEN UND HANDELSRESTRIKTIONEN FÜR DIE BETROFFENEN FIRMEN. KEINE SYMBOLISCHEN GELDSTRAFEN ODER "ERSATZOPFER"

+) DEUTLICHE, STRENG KONTROLLIERTE GÜTESIEGEL, DIE AUCH DEM KONSUMENTEN ERMÖGLICHEN, DIE WARE RÜCKZUVERFOLGEN. DAS NEU EINGEFÜHRTE "QS"-SIEGEL WÄRE EIN DEUTSCHES BEISPIEL.

+) DAS BEREITS SEIT LANGEM GEFORDERTE, IN DIE VERPACKUNG INTEGRIERTE FARBBAND, DAS SICH BEI UNTERBRECHUNG DER KÜHLKETTE SICHTBAR VERFÄRBT.

Denn nur so kann der Konsument wieder Vertrauen in einen sicheren, freien Markt finden!!!

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Die offizielle "Die Mucha"-Geschichte zum Test finden Sie unter:
http://www.diemucha.de/topstory/archive.php?article=218

Alle Details zu den Forschungsergebnissen finden Sie unter:
http://www.signora.at/index_2.html

Frühere Presseaussendungen zum Thema:
http://www.ots.at/meldung.php?schluessel=OTS_20021021_OTS0195&typ=
http://www.ots.at/meldung.php?schluessel=OTS_20020606_OTS0132&typ=

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"SiGNORA" Ausgabe Nr.4/02 - VÖ-Datum: Montag, 21.10.2002
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