Brosz: Gehrer missbraucht PISA-Studie

PISA nennt soziales Gefälle als zentrales Problem Österreichs

Wien (OTS) Die Interpretation der PISA-Studie durch Bildungsministerin Gehrer wird immer peinlicher. Entweder hat sie die Studie nicht gelesen oder sie verdreht die Erkenntnisse in voller Absicht, so der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz. Bezeichnend ist, daß Gehrer Österreich nur mit Deutschland vergleicht, das erschreckend schlecht abgeschnitten hat. Österreich sollte sich lieber an den erfolgreichsten Ländern wie Finnland orientieren, so Brosz.

PISA hat aufgezeigt, dass das zentrale Problem Österreichs die Abhängigkeit der Schülerinnen vom sozialen Status ihrer Eltern ist. In keinem anderen Land neben Deutschland ist dieser Einfluss so groß, erinnert Brosz. Eine Erklärung ist neben kaum vorhandener Vorschulmaßnahmen und zu geringen Fördermaßnahmen schwächerer SchülerInnen die frühe Trennung im österreichischen Schulsystem. ‚Österreich und Deutschland sind Länder, in denen vom durchschnittlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Status der Schulen ein erheblicher Einfluss auf die Schülerleistungen ausgeht’ ist in der Studie zu lesen. (PISA S. 238)

In völliger Umkehr der Erkenntnisse argmuntiert Gehrer, dass jedes Kind jede Chance habe. Rankings oder Zertifizierungen bedeuten in einem System, in dem die Schulwahl zentral für die weiteren Bildungschancen ist, eine Verschärfung der sozialen Problematik. Schulvergleiche können positiv wirken, wenn sie als Rückmeldung für Schulen und Verbesserungsvorschläge dienen. Dazu müssen zunächst die Chancen angeglichen werden, so Brosz abschließend.

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