"ERST WENN EINER TOT IST, IST ER GUT" -Künstlerreliquien und Devotionalien

Eine Ausstellung des Österreichischen Theatermuseums im Palais Harrach vom 26. Oktober 2002 bis 6. Jänner 2003 Freyung 3, 2. Stock, 1010 Wien

Wien (OTS) - Die österreichische Identität wird häufig über Kunst und Kultur gesucht. Dabei kommt den »großen« Künstlern der Vergangenheit eine besondere Funktion zu.

Verehrt, bewundert, vergöttert und zugleich entschärft, verniedlicht oder verkitscht, werden sie zu Leitfiguren einer unproblematischen nationalen Selbstbestimmung. Die zeitgenössischen Künstler Österreichs jedoch werden parallel dazu zu Nestbeschmutzern und Österreich-Beschimpfern erklärt - solange sie noch nicht gestorben sind.

Das rückwärtsgewandte österreichische Kulturverständnis zu hinterfragen, Klischees sichtbar zu machen, ironisch die Formen der Künstler-Verehrung und des Reliquienkultes zu präsentieren, ist Anliegen der Ausstellung »Erst wenn einer tot ist, ist er gut«. Präsentiert werden Reliquien und Devotionalien berühmter verstorbener österreichischer Komponisten (von Mozart, Beethoven, Schubert und Strauß bis zu Krenek, Schönberg und Einem) und Schriftsteller (von Raimund, Nestroy, Grillparzer, Hofmannsthal bis zu Bachmann und Bernhard).

Das kontrastreiche Veranstaltungsprogramm hingegen soll auf die Lebendigkeit der zeitgenössischen österreichischen Schriftsteller und Komponisten hinweisen. In Lesungen, musikalischen Darbietungen, Diskussionen und Werkstattgesprächen werden österreichische Künstler ihr Verhältnis zum Totenkult wie auch zur Künstlerverehrung thematisieren. Zugleich wird auf ein Phänomen aufmerksam gemacht, das möglicherweise ein typisch österreichisches sein könnte: auf die besondere Affinität der Literatur zur Musik, auf die besondere Beziehung zwischen Schriftstellern und Komponisten.

Rückfragen & Kontakt:

Abt. für Öffentlichkeitsarbei und Presse
Kunsthistorisches Museum
mit MVK und ÖTM
Tel: (+43 1) 525 24 / 404
Fax (+43 1) 525 24/ 371

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KHM0001