MOLTERER: AUSGEGLIEDERTE BUNDESFORSTE SIND ERFOLGSGESCHICHTE

Molterer und ÖBf-Vorstände präsentieren Evaluierungsbericht zur Ausgliederung

Wien (OTS) - 1997 wurden die Bundesforste aus dem Budget der Republik ausgegliedert und als Österreichische Bundesforste AG (ÖBf AG) neugegründet. Der jetzt fertig gestellte Evaluierungsbericht beweist, dass dem Unternehmen der wirtschaftliche Turnaround und eine nachhaltig positive Veränderung der Unternehmenskultur und -struktur gelungen sind. Grund genug für Landwirtschaftsminister Molterer, die Bundesforste als "Paradebeispiel einer erfolgreichen Ausgliederung" zu bewerten.

Erfolgreiche Ausgliederung und strategische Neuorientierung

Trotz schwieriger Ausgangslage sind den Österreichischen Bundesforsten nach 1997 der wirtschaftliche Turnaround und die rasante Weiterentwicklung zum modernen Naturraum-Bewirtschafter gelungen. Das belegt der jetzt durch Landwirtschaftsminister Molterer und die Bundesforste-Vorstände präsentierte Evaluierungsbericht, der unter Mitwirkung von Wirtschaftsforschungsinstitut, Umweltbundesamt und Universität für Bodenkultur erstellt wurde.

Noch Mitte der 90er Jahre hatten vor allem bürokratische Strukturen zu wachsenden Reibungsverlusten, Ineffizienz und schließlich zur Kostenexplosion geführt. Mit der Neugründung per 1. Jänner 1997 in Form einer AG wurde den Bundesforsten der Auftrag zur nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzung ihrer Ressourcen erteilt und eine klare Rollenteilung zwischen Management und Eigentümer als Basis für die rasche Sanierung und Restrukturierung des Unternehmens vorgegeben. Die wirtschaftlichen Kennzahlen sprechen seither für sich: das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag seit 1997 bei durchschnittlich 19,4 Mio. EUR jährlich, die Produktivität konnte in dieser Zeit um 64% gesteigert werden, gleichzeitig wurde der Personalkostenanteil von 67% auf 46% gesenkt. Auch die Republik Österreich als Eigentümerin der Bundesforste profitiert von der wirtschaftlichen Stärkung des Unternehmens. Seit 1997 haben die Bundesforste 104 Mio. EUR als Fruchtgenussentgelt, Dividende und Abgeltungen an die Republik abgeführt.

Landwirtschaftminister Wilhelm Molterer, der den Prozess der Ausgliederung und Neugründung als Eigentümervertreter der Republik initiiert und begleitet hat, bewertet diese erfreuliche Entwicklung der Bundesforste als "Erfolgsgeschichte einer Ausgliederung aus dem Bundesbudget." An den Bundesforsten zeige sich, wie wichtig die solide Rechtsgrundlage und die gute strategische und strukturelle Vorbereitung eines solchen Prozesses sei. Besonders stolz macht den Minister dabei, "dass es den Bundesforsten gelungen ist, ihren wirtschaftlichen Erfolg mit umfassender ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung und Sorgfalt zu verbinden. Die Bundesforste bringen dadurch perfekt zum Ausdruck, was Nachhaltigkeit bedeutet."

Optimierung im Kerngeschäft und Entwicklung neuer Geschäftsfelder

"Der Erfolg der Bundesforste seit ihrer Ausgliederung beruht vor allem auf zwei strategischen Komponenten", so Vorstand Thomas Uher. "Es ist uns gelungen, die Ergebnisse in unseren Kernbereichen Forstwirtschaft und Immobilien deutlich zu verbessern und durch Erschließung neuer Geschäftsfelder unsere wirtschaftliche Basis zu verbreitern." So konnten die Einnahmen im Geschäftsbereich Immobilien durch Verbesserung von Objekten und verstärkte Vermietung und Verpachtung um 70% gesteigert werden. Auch im Bereich Forstwirtschaft gelang die Verbesserung der Ergebnisse durch "Einführung des Forst-Controllings und durch optimierte Angebote in der Holzlogistik und -vermarktung", wie Vorstand Georg Erlacher erläutert. Die Beteiligung an der Mayr-Melnhof Säge Holding AG im Jahr 2001 sei dabei ein zukunftsweisender Meilenstein für die Sicherung langfristiger Abnahmeverträge gewesen.

Parallel dazu wurden neue Geschäftsfelder im Tourismus, im internationalen forstwirtschaftlichen Consulting und in der Betreuung von Seen und Gewässern ausgebaut. Im letzteren Bereich sind die Bundesforste besonders gefordert, seit sie Ende 2001 durch die Übertragung von weiteren 11 Seen in Kärnten und Oberösterreich zum größten Seenbetreuer des Landes wurden.

Leistungsorientierung, flache Hierarchien und Eigenverantwortung

Die Neugründung der Bundesforste war auch mit tiefgreifenden strukturellen, organisatorischen und kulturellen Veränderungen verbunden. "Wir hatten 1997 drei zentrale Organisationsziele", so Thomas Uher. "Wir wollten klare Ergebnisverantwortung schaffen, mit flachen Hierarchien dezentral arbeiten und unsere Mitarbeiter zu mehr Leistungsorientierung und Eigenverantwortung motivieren." In Folge wurden die 50 ehemaligen Forstverwaltungen zu 27 Betrieben zusammengefasst, die als leistungsorientierte Profit Center geführt werden. Von 7 Führungsebenen wurden 3 gestrichen und die deutlich verkleinerte Unternehmensleitung beschränkt sich auf zentrale Steuerungsaufgaben. Für die 1.360 Mitarbeiter wurden neue Arbeiter-und Angestelltenkollektivverträge und ein gewinnorientiertes Bonussystem erarbeitet.

Hohe Zufriedenheit bei Mitarbeitern und Kunden

Wie jüngste Mitarbeiter- und Kundenbefragungen zeigen, hat die umfassende Reorganisation die Zufriedenheit aller Beteiligten deutlich erhöht. So geben 70% der Mitarbeiter an, dass sich seit der Neugründung "das Betriebsklima spürbar verbessert" hat, wohingegen bei der letzten Befragung 1996 lediglich 12% der Mitarbeiter dieser Ansicht waren. Auch ihr unternehmerisches Denken und Handeln schätzen 95% der Mitarbeiter als gut entwickelt ein. Ähnliches geben auch die Kunden an, die im gesteigerten Unternehmertum, im modernen Führungsverständnis und in ihrer Verlässlichkeit die wichtigsten Stärken der Bundesforste sehen. Vorstand Georg Erlacher sieht in den Ergebnissen der Kundenbefragung eine Bestätigung für den richtigen Weg der Reorganisation. "Es hat sich dabei gezeigt, dass die gute Zusammenarbeit mit Forstmeistern und Förstern vor Ort der Schlüsselfaktor für die Zufriedenheit unserer Kunden und Partner ist. Die dezentrale Struktur und die Förderung der Eigenverantwortlichkeit unserer Mitarbeiter sind also wesentliche Erfolgsfaktoren der Bundesforste."

Ausgleich zwischen Wirtschaft und Natur

Die Österreichischen Bundesforste betreuen rund ein Zehntel der österreichischen Staats- und 15% der Waldfläche, darunter zwei Nationalparks, über 80 Seen, zahlreiche Wasserschutz- und Naturschutzgebiete und Erholungsflächen. 50% der Gesamtflächen der Bundesforste sind Schutzgebiete. Oberstes Prinzip in der täglichen Arbeit der Bundesforste ist die Nachhaltigkeit, an der sie ihre wirtschaftliche Planung orientieren. "Für uns ist Nachhaltigkeit kein abstrakter Begriff, sondern wir wenden dieses Prinzip täglich an", erläutert Georg Erlacher. "In der Forstwirtschaft genauso wie in der Fischerei und in der Jagd planen wir nach den Wachstumszyklen der Natur und nützen nur soviel, wie die Natur nachproduzieren kann." Als konkrete Beispiele führt er die "gezielte Naturverjüngung von Wäldern anstatt Aufforstung" an, sowie die ökologische Bewirtschaftung von Flüssen und Seen und eine breite Palette an erfolgreichen Artenschutzprogrammen an. Diese Aktivitäten werden die Bundesforste auch in Zukunft forcieren, so Erlacher. "Nur wenn wir unsere Ressourcen pfleglich behandeln und schützen, werden wir auch in Zukunft weiter davon profitieren können."
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Rückfragen & Kontakt:

und

Daniel Kapp
Pressesprecher BM Molterer
Tel.: 01 711 00 / 68 23
daniel.kapp@bmlf.gv.at

Bernhard Schragl
Pressesprecher - Österreichische Bundesforste AG
Tel.: (+43) 02231 600-215
bernhard.schragl@bundesforste.at

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