Rieder: Wirtschaftsförderung ist 20jährige Erfolgsgeschichte

Wiener Wirtschaftsförderungsfonds - WWFF feiert Jubiläum

Wien (OTS) - "Wien ist ein Wirtschaftsstandort erster Wahl. Dazu
hat zweifellos die konsequente - auch international vielbeachtete -Wiener Wirtschaftsförderung beigetragen", erklärten Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder und Dr. Bernd Riessland, Geschäftsführer des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds, am Donnerstag im Rahmen des Mediengesprächs "20 Jahre Wiener Wirtschaftsförderungsfonds".

"Die Wiener Wirtschaft hat sich in den vergangenen 20 Jahren grundlegend verändert, wobei der Strukturwandel in den letzten 5 Jahren deutlich rascher und zukunftsorientierter geworden ist. Diese Anpassung der Wiener Wirtschaft an heutige Bedingungen wäre vermutlich ohne das Instrument der Wiener Wirtschaftsförderung nicht im selben Ausmaß möglich gewesen", so Rieder, der dabei die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt Wien und Wirtschaftskammer Wien hervorhob.

"Diese Erfolgsgeschichte hat allerdings vorausgesetzt, dass die Wiener Wirtschaftsförderung einer ständigen Anpassung unterworfen wurde. Wirtschaftsförderung heute muss nicht nur den Rahmenbedingungen der Europäischen Union entsprechen, sondern ist zum guten Teil Innovationsförderung und Technologiepolitik", so Rieder.****

Die Erfolgsstory des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds lässt sich anhand einiger Zahlen einfach belegen:
o Betriebsansiedlungen / Arbeitsplätze
In den Jahren 1982 bis 2002 wurden insgesamt 900 Betriebe in
Wien angesiedelt, nahezu 50.000 Arbeitsplätze allein im Rahmen dieser Ansiedlungen neu geschaffen. Über 5 Millionen m2 an Bauplätzen vergeben und mehr als 3,3 Milliarden Euro investiert. o Unternehmensgründungen / Wirtschaftsdynamik
Wien ist das Bundesland, das den mit Abstand den höchsten Gründeranteil aufweist. Im Jahr 2001 bedeutete dies 6.145 Unternehmensneugründungen. Das sind 23,6 Prozent aller österreichischen Unternehmensgründungen (insgesamt: 26.035). Ein Zehntel des Wiener Betriebsstandes wird jährlich durch Neugründungen geschaffen, ein Zehntel damit auch geschlossen.
Die permanenten Neugründungen sind die treibende Kraft für Wachstum und Strukturwandel. Die Gründungsdynamik ist in Wien (7,69 Prozent) höher als anderswo in Österreich (7,16 Prozent). Mehr als die Hälfte der 55.000 Wiener Betriebe ist jünger als 10 Jahre. Dabei sind die Dienstleistungsunternehmen deutlich jünger als die Sachgüterproduktionen.
o Förderungen
Seit 1982 wurden in 11.000 Fällen Wirtschaftsunternehmen in verschiedener Hinsicht gefördert. Dafür wurden insgesamt 335 Millionen Euro an Zuschüssen vergeben. Die dadurch ausgelösten Investitionen betrugen rund 1,5 Milliarden Euro.
o Forcieren von Technologieprojekten
Seit 1997 hat die Stadt Wien gemeinsam mit dem WWFF im Zuge
einer einzigartigen Technologieinitiative knapp 291 Millionen
Euro in Technologieprojekte investiert, die zusätzliche Investitionen auslösen und Arbeitsplätze schaffen. Der WWFF stellt alleine 2002 mehr als 48,4 Millionen Euro für die Wiener Wirtschaft zur Verfügung. Ein Schwerpunkt der WWFF-Förderstrategie ist der Ausbau der Technologie- und Innovationsförderung. Der WWFF versteht sich dabei nicht in erster Linie als Geldverteiler sondern als verbindendes
Netzwerk, das die unterschiedlichen Aktivitäten von Firmen und Banken, Forschungs- und Bildungseinrichtungen und der Bundesstellen koordinierend anbietet.
o Internationalisierung
Eines der Ziele der Wiener Wirtschaftspolitik: Die Internationalisierung nicht nur der Stadt sondern der gesamten Vienna Region, bestehend aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Hier werden nicht weniger als 47,6 Prozent der Bruttowertschöpfung Österreichs erwirtschaftet. (Wien alleine:
29,1 Prozent) Wien hat mittlerweile die Funktion einer Ost-West-Drehscheibe für multinationale Konzerne übernommen: 15 von 20 Osteuropahauptquartieren sind in Wien.

Entwicklungslinien in die Zukunft

Die in den letzten Jahren beschleunigte Entwicklung des Wirtschaftsgeschehens macht eine permanente Anpassung an neue Entwicklungen notwendig. Folgende Entwicklungslinien zeichnen sich dabei ab:
o Modernisierung der Wirtschaftsförderung - z.B. wiennovation Weiterentwicklung der Förderpolitik weg von der "Gießkanne" hin zu leistungsorientierter Vergabe von Fördermitteln ist einer der Schwerpunkte der letzten Jahre. "Betriebliche Forschung", "Cluster" und "High Tech Start ups" stehen im Zentrum von wiennovation, dem Kernstück der neuen Innovations- und Technologieförderung der Stadt Wien. Alleine im Jahr 2002 stehen dabei insgesamt 25,2 Millionen Euro zur Verfügung. Künftig werden im Bereich der betrieblichen Forschung- und Entwicklung
(F & E) traditionelle Förderungen durch zeitlich beschränkte Ausschreibungen, so genannter "Calls", ersetzt. Im Rahmen dieser Calls sollen die besten F & E-Projekte ausgewählt und möglichst gemeinsam mit anderen Förderungsstellen unterstützt werden.
o In größeren Räumen denken
Die Strategie des WWFF konzentriert sich nicht nur auf das eigentliche Stadtgebiet sondern auf die gesamte Vienna Region,
die in weltweiter Konkurrenz steht. Im Zuge der EU-Erweiterung entsteht hier ein Wirtschaftsraum beachtlicher Größe, der sich über verstärkte Technologie- und Innovationspolitik zu positionieren versucht. Ein Indiz für die bereits stattfindende Internationalisierung ist die stetig steigende Präsenz ausländischer Studentinnen und Studenten: im Wintersemester 2001 waren rund 16.000 ausländische Studenten in Wien inskribiert, wobei sich der Anteil der Studierenden aus den osteuropäischen Reformstaaten um 40 % erhöht hat.
o Vernetzt Handeln - vor allem in der Arbeitsmarktpolitik Verstärkte Kooperation zwischen Wiener Wirtschaftsförderungsfonds und Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds, denn Wirtschaftspolitik und Gesellschaftspolitik sind zwei Seiten derselben Medaille.

Generelle Aufgabenfelder des WWFF

Die Wirtschaftsförderung erfolgt heute nach anderen Prinzipien als vor 20 Jahren. Es gilt, ein breites Feld von Unterstützungen für Betriebe unterschiedlichster Art anzubieten. Hier spannt sich der Bogen vom Bereich der Nahversorgung und der Deckung des regionalen Bedarfes bis hin zu Hochtechnologieunternehmen. Generell wird heute Eigentum an der Betriebsstätte nicht mehr so nachgefragt, Bürogebäude werden von privaten Investoren errichtet, Produktionsstätten im klassischen Sinne haben an Volumen deutlich verloren. Die Wirtschaftsförderung muss sich auf spezifische Bereiche konzentrieren.
o Mobilisierung des Unternehmertums
o Erhaltung und Entwicklung der Stadtstruktur
o Ertragsorientierte Nutzung und Lenkung bestehender Institutionen wie zum Beispiel Universitäten und Förderungsinstrumente von Bund und EU
o Entwicklung von technologieorientierten Immobilien und Stadtteilentwicklung im Wege von Public-Private-Partnership- Modellen
o Die Schaffung von erforderlicher Infrastruktur für Forschung und Entwicklung

Gründung des WWFF im Jahr 1982

Der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds wurde 1982 unter Kooperation der Stadt Wien, der Wiener Wirtschaftskammer, der Zentralsparkasse und der Ersten österreichischen Sparkasse gegründet. (Schluss) mmr

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