"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: King-Kong im Wahlkampf (von Michael Kuscher)

Ausgabe vom 24.10.2002

Klagenfurt (OTS) - Endlich! Der Wahlkampf bekommt doch noch etws Pepp. Die Aha-Erlebnisse hielten sich bisher doch eher in Grenzen. Die Wahlplakate aller Parteien fallen bestenfalls durch ihre besondere Bravheit, aber vor allem durch ihre große Anzahl auf. Die Slogans zeichnen sich im Wesentlichen durch ihre Austauschbarkeit aus. Einzig die Haltung zur EU trennt die Freiheitlichen vom Rest der Welt.

Nun aber wird ein bisschen aus der Reihe getanzt. Die Haider-FPÖ in Kärnten wirbt unter Ausschluss des Spitzenkandidaten mit einer schwangeren "Susanne". Immerhin ein Wählerratespiel mit fraglichem Unterhaltungswert. Und Alfred Gusenbauer - Spitzenkandidat der stärksten Partei - macht eine Oppositionsansage, die Freund und Feind noch einige Tage beschäftigen wird. Selbst den Meinungsforschern und Politologen gelang noch nicht die allseits befriedigende Entschlüsselung dieser Strategie.

Kanzler Wolfgang Schüssel ist da aus eigener Erfahrung schon weiter. Er kennt sich mit Oppositionsansagen aus und erkannte sofort, was hinter oder in Gusenbauer steckt: "King-Kong". Nun, Schüssels Pressesprecherin meinte zwar Stunden später, mit King-Kong sei nicht Gusenbauer gemeint gewesen, aber gesagt war gesagt. Katastrophe ist es auch keine, sondern ein bescheidener Farbtupfer im Wahlkampf.

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