Leitl: Agrar- und Lebensmittelexporte in die EU seit Beitritt vervierfacht

Aktionsgemeinschaft von Wirtschaft und Landwirtschaft startet Exportinitiative mit Ziel-Richtung EU-Erweiterungsländer

Wien (OTS) - Seit Österreichs EU-Beitritt haben die heimischen Agrarprodukte und veredelten Lebensmittel einen Riesen-Exporterfolg in der EU gelandet. "Die Lieferungen österreichischer Lebensmittel haben sich seit 1.1.1995 in die EU-Staaten um sensationelle 302 % auf 2,6 Mrd Euro vervierfacht. Sie stiegen damit wesentlich stärker als Österreichs Gesamtexporte (+100 %). Befürchtungen, dass gerade die Lebensmittelwirtschaft zum Verlierer des EU-Beitritts werden könnte, haben sich damit in Luft aufgelöst. Im Gegenteil, die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft ist zu einem Hauptgewinner geworden. Weltweit stiegen Österreichs Lebensmittelexporte in den letzten sieben Jahren um 180 %", betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl heute, Mittwoch, vor Journalisten im Rahmen des Agrar- und Lebensmittelkongresses in der Wirtschaftskammer Österreich.

Gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer und dem Vorsitzenden der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs, Rudolf Schwarzböck, wies Leitl auf die neuen Chancen hin, die sich in ähnlichem Ausmaß wie beim EU-Beitritt durch die EU-Erweiterung ergeben. "2001 exportierte die heimische Agrar- und Lebenmittelwirtschaft nur um 67 % mehr in die mittel- und osteuropäischen Länder als 1994. Hier liegt ein gewaltiger Markt mit über 110 Mio Einwohnern, der uns durch die bevorstehende EU-Erweiterung erschlossen wird", zeigte sich Leitl überzeugt.

Wirtschaft und Landwirtschaft entwickeln gemeinsame Strategien, die die Chancen für die Betriebe erhöhen und die Risiken minimieren sollen. Hauptaugenmerk werde dabei auf den Export gelegt, erklärte Leitl: "WKÖ, Landwirtschaftsministerium und AMA setzen gemeinsam eine Export-Initiative für die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft mit dem Ziel, den Unternehmen zusätzliche Fachinformation und Exportberatung über unsere Außenwirtschaft Österreich (AWO) anzubieten und damit rasch und nachhaltig die Lebensmittelexporte in die MOEL-Märkte zu steigern." Innerhalb von zwei Jahren soll die Exportquote der österreichischen Lebensmittelwirtschaft mit ihren derzeit 1.264 Betrieben, mehr als 56.000 Beschäftigten und einem Produktionsvolumen von 8,4 Mrd Euro auf 33 %, also auf ein Drittel, gesteigert werden. 1995 lag die Exportquote bei 11 %, 2001 bereits bei 27 %.

Bereits heute existieren über 11.000 Produktions- und Vertriebsniederlassungen in den mittel- und osteuropäischen Ländern mit österreichischer Beteiligung. 2001 wurden 8 von 10 österreichischen Investitions-Euros in diesen Ländern ausgegeben. "Gelingt es uns, Österreichs Nummer-Eins-Position und -Image beim Umweltschutz auf den sensiblen Bereich Essen & Trinken auszuweiten, stehen der österreichischen
Agrar- und Lebensmittelwirtschaft alle Türen offen", sieht Leitl optimistisch in die Zukunft. Der Lebensmittelmarkt in Österreich und in der EU ist zunehmend gesättigt. Nachhaltiges Wachstum kann nur in den neuen Märkten, die sich durch die EU-Erweiterung öffnen, gefunden werden. (MN)

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