Klimakonferenz in New Dehli: Fachverband Gas&Wärme legt Positionspapier zu COP 8, New Dehli vor

Wien (OTS) - Der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen legt zu der am heutigen Tag in New Dehli beginnenden Klimakonferenz die Standpunkte der Branchen vor.

Die österreichische Gas- und Wärmewirtschaft engagiert sich seit vielen Jahren für den Klimaschutz und bedauert es daher umso mehr, dass die Gaswirtschaft in der Klimastrategie der österreichischen Bundesregierung nicht eigens angeführt, sondern in den Maßnahmenpaketen Raumwärme, Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung sowie Verkehr behandelt wird.

Der Umstieg von Kohle und Öl auf Erdgas ist ein Eckpfeiler für den Klimaschutz, da dieser zu merklichen Reduktionen der Emissionen sowohl im Haushaltsbereich als auch bei der Industrie führt, der Schwerpunkt der Strategien der Bundesregierung liegt aber bei den erneuerbaren Energien und der thermischen Sanierung von Gebäuden. Die Gebäudesanierung trägt zwar zu einer Reduktion der Treibhausgase bei, ob der (steigende) Energiebedarf tatsächlich durch erneuerbare Energien abgedeckt werden kann, ist jedenfalls zu hinterfragen.

Im Bereich Verkehr bietet Erdgas als Kraftstoff ein bedeutendes Reduktionspotential. Das Ziel der EU, die Anzahl erdgasbetriebener Kraftfahrzeuge bis 2020 auf 10 % zu erhöhen, kann aber nur gelingen, wenn die finanziellen Vorteile, welche die Verbraucher beim Tanken haben, nicht durch zusätzliche Steuern bzw. Abgaben zunichte gemacht werden.

Ein wesentliches Werkzeug im Rahmen des Klimaschutzes ist auch die Richtlinie über den Handel mit Treibhausgasemissionen. Die Fernwärmewirtschaft ist von der künftigen EU-Richtlinie mit allen Anlagen über 20 MW betroffen. Der hohe Anteil an Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK)-Anlagen bei der Erzeugung von Fernwärme (2001 rund 70 %) leistet schon seit vielen Jahren einen wertvollen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen. Aus diesem Grund ist es wesentlich, dass bei der Zuteilung von Emissionsrechten die ökologischen Vorteile der KWK Berücksichtigung finden. Eine Möglichkeit wäre, den Brennstoffeinsatz für die Wärmeerzeugung in KWK-Anlagen auszunehmen, da die Wärme bei reiner Stromproduktion ungenützt an die Umwelt abgegeben würde.
Es ist aber in jedem Fall sicherzustellen, dass die Reduktion, die durch den Ersatz von Einzelheizungen erreicht wurde, dem Ausbau der Fernwärme und der KWK gutgeschrieben wird, um eine Pönalisierung der dadurch bedingten Zunahme von Emissionen bei den Fernwärmebetrieben zu vermeiden.

Fernwärme kann darüber hinaus bei der thermischen Verwertung von Abfällen einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen leisten. Biogene Anteile im Müll, der auf Deponien gelagert wird, führen zur Bildung von Methan, das meist in die Atmosphäre gelangt. Die Mitverbrennung von Abfällen trägt so präventiv zur Verringerung von Deponiegasen bei und sollte daher zu einer Gleichbehandlung mit erneuerbaren Energien führen.

Der Fachverband Gas&Wärme bietet den österreichischen Ministerien seine Mitarbeit bei der zweckmäßigen Gestaltung von nationalen Regelwerken an. Er fordert aber auch die rechtzeitige Einbindung in den Entscheidungsprozess, die Berücksichtigung seiner fundierten Erfahrungen und vor allem ein abgestimmtes Vorgehen der mit der Umsetzung der einzelnen Regelwerke befassten Ministerien.

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