Umweltverträglichkeit der Getränkeverpackungen in Österreich weiterhin gesichert

Mehrweganteil auf hohem Niveau stabil - Gegen "Entmündigung des Konsumenten"

Wien (PWK761) - Die Umweltverträglichkeit der in Österreich verwendeten Getränkeverpackungen ist weiterhin gesichert. Einerseits ist der Anteil der in Mehrweg abgefüllten Getränke nach wie vor höher als in den meisten europäischen Ländern, andererseits gibt es hierzulande eine der höchsten Verwertungsquoten bei den Einwegverpackungen. Auch die Wahlmöglichkeit des Konsumenten für Einweg- und Mehrwegverpackungen ist in Österreich in hohem Maß gewährleistet.

Befürchtungen der grünen Umweltsprecherin Eva Glawischnig, die Mehrwegquoten seien dramatisch eingebrochen, sind daher unzutreffend. Weiterhin sensationell hoch liegt der Mehrweganteil bei Bier (83,9 %, im Vorjahr 85,3 %). Für das hohe Ergebnis bei Bier ist insbesondere der Umstand verantwortlich, dass Bier in Kunststoffflaschen auf dem österreichischen Markt nicht Fuß gefasst hat. Der Gesamt-Mehrweganteil liegt bei 58,2 % (Vorjahr 59 %). Bei Limonaden legte der Mehrweganteil von 42,7 % auf 45,7 % noch zu, während bei Mineralwasser (57,3 % statt 64,6 %) und Fruchtsaft (16,6 % statt 17,2 %) Rückgänge zu verzeichnen waren.

Es ist zu respektieren, dass die Konsumenten die ihnen gebotenen Wahlmöglichkeiten nutzen und es dabei von Jahr zu Jahr zu gewissen Verschiebungen bei den Marktanteilen kommt. Insgesamt ist die Mehrwegquote in Österreich seit vielen Jahren auf hohem Niveau stabil. Dass in den letzten Jahren die Kunststoffflaschen bei Mineralwässern vorgedrungen sind, kann nicht wirklich verwundern, weil der Verfassungsgerichtshof das vor dem EU-Beitritt erlassene Verbot der Verwendung von Kunststoffflaschen für Mineralwässer als EU-rechtswidrig aufgehoben hat. Umgekehrt werden heute aber auch alkoholfreie Getränke in Mehrweg-Kunststoffgebinden angeboten, die früher in Einwegflaschen abgefüllt wurden.

Die Wirtschaft hat in ihrer Selbstverpflichtung versprochen, dass dem Konsumenten die bestehenden Wahlmöglichkeiten erhalten bleiben und das Recyclingsystem weiter perfektioniert wird. Beide Versprechen sind, wie auch der jüngste Getränkeverpackungsbericht vom Juni 2002 (http://wko.at/up ) ausweist, ohne "wenn und aber" erfüllt. Getränke, die in Mehrweg angeboten werden, sind preislich oft sogar günstiger als dieselben Getränke in Einweg.

Die von Glawischnig herbeigesehnten dirigistischen Eingriffe, wie die geforderte Einwegabgabe, laufen auf eine Belastung und Entmündigung des Konsumenten hinaus und sind daher abzulehnen, reagiert der Leiter der Abteilung für Umwelt-, Energie- und Infrastrukturpolitik, Dr. Stefan Schwarzer, auf heutige Aussagen der Politikerin. Der vom grünen Umweltminister in Deutschland eingeschlagene Weg habe bisher nur Dutzende Gerichtsverfahren vom Zaun gebrochen, aber in der Praxis weder den Konsumenten noch der Umwelt geholfen. "Obligatorische Pfandsysteme zu fordern ist praxisfremd, denn diese nützen dem Mehrwegsektor nicht, sondern schaden ihm. Gerade die kleinen Handelsoutlets und im Speziellen die Nahversorger können schon aus Raumgründen nicht zwei Rücknahmesysteme - eines für Einweg, ein zweites für Mehrweg - nebeneinander betreiben, und müssten somit weitgehend auf Mehrwegsysteme verzichten", stellt Schwarzer fest. (hp)

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Abteilung für Umwelt-,
Energie- und Infrastrukturpolitik
Dr. Stefan Schwarzer
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