Esso verteidigt sich mit Halb-Informationen

Greenpeace erneuert Gesprächsangebot an Esso-Geschäftsführer Hartmann

Wien (OTS) - Die Esso Austria GmbH hat heute versucht, die
Vorwürfe der internationalen Kampagne gegen den Mutterkonzern Exxon-Mobil zu widerlegen (OTS0051). Anbei ein Kommentar dazu von Jurrien Westerhof, Greenpeace-Energieexperte:

"E$$O war das aktivste Unternehmen im Kampf gegen das Kyoto-Protokoll. Darüber hinaus hat E$$O Lobbygruppen mit eben dieser Mission intensiv unterstützt. Dabei schreckt der Ölmulti weder vor mehreren Millionen Dollar schweren Werbekampagnen zurück, noch davor, veraltete oder unkorrekte wissenschaftliche Studien heran zu ziehen. 2002 löste sich die wichtigste dieser Lobbygruppen auf: Die "Global Climate Coalition" (GCC) stellte fest, dass es keinen Grund mehr gab ihre Lobby-Arbeit fortzusetzen - weil die USA aus dem Kyoto Abkommen ausgestiegen waren. In einem Brief vom 2. August 2002 an Bush fordern von ExxonMobil bezahlte Öl-Lobbyisten den US- Präsidenten auf, dem Weltgipfel von Johannesburg fernzubleiben: "Ihre Anwesenheit würde nur dazu beitragen, deren Gedankengut aufzuwerten, das gegen die Freiheit, gegen die Menschen, gegen die Globalisierung und gegen den Westen gerichtet ist. (...) Wir unterstützen Sie darin, keine neuen internationalen Umweltabkommen zu unterzeichnen. (...) Die Erderwärmung ist das unwichtigste globale Umweltproblem. Wir hoffen, Ihre Verhandlungsführer in Johannesburg werden dafür sorgen, dass es gar nicht auf den Tisch kommt."

Mit 1,376 Millionen Dollar steht E$$O an der Spitze jener Konzerne, die den Wahlkampf von US Präsident George Bush unterstützt haben. Sobald Bush gewählt war, verkündete er, die USA würden sich aus allen internationalen Vereinbarungen gegen den Klimawandel zurückziehen - genau das hat E$$O eingefordert. "The unrealistic and economically damaging Kyoto Process needs to be rethought", so eine E$$O-Anzeige kurz vor der Amtsübernahme von Bush...

Der Klimawandel kümmert E$$O offenkundig nicht. Ergo glaubt der Konzern auch, nichts damit zu tun zu haben. Obwohl über 160 Regierungen im UN Intergovernmental Panel on Climate Change darin überein stimmen, dass fossile Brennstoffe, wie Öl und Kohle, den Klimawandel verursachen, hält E$$O dagegen: "scientifically unfounded scare scenarios were and continue to be promoted in an effort to justify the (Kyoto) Protocol".

E$$O investiert als einziger Ölkonzern rein gar nichts in umweltverträgliche Energieträger. Shell und BP etwa werden in den kommenden drei Jahren jeweils 500 Millionen Dollar in "grüne Energie"-Projekte investieren. E$$O expandiert hingegen aggressiv seine Öl- und Gas-Produktion und fordert den Zugang zu neuen, unberührten Gebieten zum Beispiel in Alaska.

E$$O ist das weltweit größte Erdölunternehmen. Sein Gewinn belief sich im Jahr 2001 auf über 15 Milliarden Dollar! Wenn es sich ein Unternehmen leisten kann, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu unterstützen, dann ist das "big" E$$O.

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Jurrien Westerhof,
Energieexperte Greenpeace,
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