Keine Gesamtschule für Österreich

Schülerunion stellt sich gegen unsinnigen Vorstoß der SP-Lehrervertretung

Mittwoch, 23. Oktober 2002 (ÖVP-PD) Gegen die von der SPÖ angestrebte Gesamtschule sprach sich heute, Mittwoch, die Schülerunion aus. Die SP-Lehrervertretung wolle die Gesamtschule einführen, weil man dort offensichtlich glaube, "dass dieses System am Besten für die Schüler ist" sagte Marc Vecsey, Bundesobmann der Schülerunion als größte Schülerorganisation Österreichs. Er bedankt sich zwar für den "guten Willen", lehnt den rückschrittlichen und pädagogisch nicht vertretbaren Vorschlag" jedoch entschieden ab. ****

"In diesem Fall möchten wir Schüler schon für uns selbst entscheiden", so Vescey. Die Abschaffung des differenzierten Schulsystems sei für Österreich nicht der richtige Weg. Dass der Vorsitzende des Sozialdemokratischen LehrerInnenvereins (SLÖ) Reinhard Dumser die PISA-Studie als Begründung für seinen Vorstoß nennt, ist für den Schülervertreter "unverständlich". "Um Ergebnisse der PISA-Studie zu verstehen, reicht es nicht, sich die statistischen Werte anzuschauen", mahnt der Bundesobmann. Man müsse schon lokale Faktoren, wie Qualität der Lehrerausbildung, Mentalität der Bevölkerung und Einstellung der Schüler beachten.

Das Bildungssystem in den nordeuropäischen Ländern funktioniere nur deshalb so gut, weil die Einstellung der Schüler zur Schule eine ganz andere sei, erklärt Vescey. Außerdem genießen die Lehrer in Skandinavien eine bessere Ausbildung und ein sehr hohes Ansehen unter der Bevölkerung. "In Deutschland springt man beispielsweise gerade vom Projekt Gesamtschule ab", belegt der Bundesobmann seine Argumentation.

Auch das Trennen von Unterrichts- und Universitätsministerium wird von der Schülerunion nicht begrüßt. Schon alleine weil die Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) laut Lehrplan auf die Universität vorbereiten sollen, wäre es laut Michael Steiner, Bundesobmann-Stv., "völliger Unsinn" das Ministerium aufzuteilen. Weiters hingen Bildung und Forschung untrennbar zusammen. "Das eine stellt die Voraussetzung für das andere dar", erklärt Steiner. Mehr Institutionen bedeuten für den Schülervertreter nicht automatisch mehr Qualität.

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