Robbenaktionstag: Höchste Fangquote seit 35 Jahren!

VIER PFOTEN unterstützen europaweiten Aktionstages am 24. Oktober gegen das von kanadischen Robbenjägern verursachte weltweit größte Massaker an Meeressäugern!

Wien (OTS) - Die Tierschutzorganisation übergibt zahlreiche Protestschreiben an die kanadische Botschafterin Ihre Exzellenz Ingrid Hall und fordert auf, das Robbenmassaker in kanadischen Gewässern zu beenden. Ähnliche Aktionen finden auch in London, Paris, Den Haag, Berlin, Bukarest und Sofia statt. "Die kanadische Regierung hat im Jahr 2001 die höchste Robbenfangquote seit 35 Jahren zu verantworten", kritisiert Mag. Andreas Sax, Wildtierreferent der VIER PFOTEN. Zu einer Fangquote von offiziell 307.000 für Sattelrobben und Klappmützen im letzten Jahr kommt noch eine von unabhängigen Wissenschaftern geschätzte Dunkelziffer von weiteren 200.000 bei der Jagd getöteten Robben dazu. Dabei handelt es sich um jene Tiere, die verletzt am Eis liegen oder halbtot im Meer zurückbleiben und daher von offiziellen Statistiken nicht erfasst werden. Von den verantwortlichen kanadischen Regierungsstellen wurde im letzten Jahr außerdem nachträglich die Quote von ursprünglich 275.000 auf 307.000 Tiere erhöht.

Grausamer Tod: Robben bei lebendigem Leib enthäutet

Zu diesen nüchternen Zahlen hinzu, kommt die Kritik am grausamen Vorgehen der Jäger. Ein internationales Team kam bei einer Kontrolle im letzten Jahr zu einem erschreckenden Ergebnis: Bis zu 42 Prozent der Tiere wurden schätzungsweise während der Jagd bei lebendigem Leib abgehäutet und starben einen langsamen, schmerzhaften Tod. "Ein derartiger Umgang mit Lebewesen ist nicht nur grausam, sondern im modernen 21. Jahrhundert moralisch auf das Härteste zu verurteilen", ist der VIER PFOTEN-Wildtierreferent über die gängige Praxis erschüttert. Gejagt werden die Robben vor allem wegen des schönen Pelzes und dem Robbenöl. Das Fleisch wird außerdem gerne als Nahrung auf Pelztierfarmen verwendet und in asiatischen Ländern sind die Penisse der Meeressäuger als Aphrodisiaka begehrt.

Kanadische Robbenjagd: Großes Verlustgeschäft

Rückenwind bekommen die Robbenjäger von der kanadischen Fischereiindustrie: "In wissenschaftlich zweifelhaften Auftragsgutachten werden die Meeressäuger für den dramatischen Rückgang der Fangquoten verantwortlich gemacht", so Sax. Er sieht darin ein dursichtiges Ablenkungsmanöver von der eigentlichen, selbst verschuldeten Ursache: "Jahrzehntelange rücksichtslose Überfischung durch den Menschen haben zahlreiche Fischarten in kanadischen Gewässern an den Rand des Aussterbens gebracht", kritisiert der VIER PFOTEN-Wildtierexperte. Zu allem Überfluss spielt die Robbenjagd mit dem Beitrag von 0,06 Prozent zum Bruttosozialprodukt der kanadischen Provinz Neufundland eine untergeordnete Rolle für Kanadas Wirtschaft. "Bezieht man die staatlichen Subventionen mit ein, so ist die Robbenjagd wirtschaftlich gesehen ein totales Verlustgeschäft, von dem höchstens ein paar tausend Robbenjäger profitieren. Nicht eingerechnet ist dabei der massive Imageschaden für Kanada," betont Sax.

Gegründet wurde die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN im Frühjahr 1988 von Helmut Dungler in Wien als Verein und finanziert sich seit damals ausschließlich durch private Spendengelder. Seit dem Sommer 1999 sind die VIER PFOTEN eine unabhängige Stiftung und wurden 2001 als einzige Tierschutzorganisation mit dem Spendengütesiegel ausgezeichnet: Die Organisation verfügt mittlerweile über Büros in Deutschland, Rumänien, Holland, Bulgarien und der Schweiz. Derzeit arbeiten in Österreich 30 fix angestellte Mitarbeiter und eine große Anzahl an freiwilligen Helfern daran Verbesserungen in der Tierschutzgesetzgebung zu erreichen und das Konsumverhalten der Bevölkerung positiv zu beeinflussen.

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