Glawischnig: Verdreifachung der Abfallmengen im Getränkebereich droht

Molterers verfehlte Abfallpolitik verursacht höhere Abfallgebühren

Wien (OTS) - Bei umweltschonenden Mehrwegverpackungen im Getränkebereich hat es in den letzten drei Jahren dramatische Einbrüche gegeben. Im Bereich Mineralwässer hat sich der Marktanteil von Mehrwegflaschen von 60% im Jahr 1999 auf 32% im Jahr 2002 fast halbiert. "Setzt sich dieser negative Trend fort, werden sich die Abfallmengen im Getränkebereich in den nächsten Jahren verdreifachen. Schuld daran ist die verfehlte Abfallpolitik von BM Molterer", kritisierte Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen, heute bei einer Aktion vor dem Umweltministerium.

Bei der heutigen Aktion demonstrierten die Grünen das große Abfallaufkommen von Einwegverpackungen. Um den jährlichen Verbrauch eines durchschnittlichen österreichischen Haushaltes von 215 Liter Mineralwasser zu decken, werden im Mehrwegsystem weniger als sechs Flaschen benötigt, denn eine Mehrwegflasche kann 40 mal wiederbefüllt werden. Wenn dieselbe Menge in Einweg-PET konsumiert wird, entsteht pro Haushalt ein Abfallberg von 143 1,5-Liter-Plastikflaschen. "Bei der durch BM Molterer provozierten drohenden Komplettumstellung produzieren die drei Millionen österreichischen Haushalte laut drei Millionen mal die heute von den Grünen vor dem Ministerium aufgebaute Einwegflaschenpyramiden. Werden die 215 l Mineralwasser in Mehrwegflaschen konsumiert, fällt nur ein Vierzigstel der Müllmenge an", rechnete Glawischnig vor.

Wenn nicht rasch gegengesteuert wird, zieht das höhere Müllaufkommen für die österreichischen Müllverbände und Gemeinden durch höhere Entsorgungskosten eine beträchtliche finanzielle Mehrbelastung nach sich. "Letztlich werden die BürgerInnen über höhere Abfallgebühren für die verfehlte Abfallpolitik bezahlen. Diese Gebührenerhöhung hat der allein ressortzuständige BM Molterer zu verantworten", so Glawischnig.

Die Grünen treten im Rahmen einer Reform der Verpackungsverordnung für die Festlegung von verbindlichen Mehrwegquoten im Getränkebereich ein. "Bei Nichterreichung der Quoten soll es - ähnlich wie in Deutschland geplant - zur Einhebung einer Abgabe oder eines Pfandbetrages auf Einwegverpackungen kommen", so Glawischnig abschließend.

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