"Konsument": Investmentfonds im Langzeit-Test

Aktienfonds verlieren dramatisch. Unterschiedliche Wertsteigerungen bei Rentenfonds. Spesenaufwand enorm gestiegen.

Wien (OTS) - Das dritte Jahr des Investmentfonds-Langzeittests von "Konsument" (sechs sicherere Fonds und vier ertragreichere Fonds) bringt desillusionierende Ergebnisse: Keiner der zehn Fonds erreichte die in Aussicht gestellte Performance! Beim Ankauf im Mai 1999 bei zehn verschiedenen Banken in Wien wurden Renditen bis zu zwölf Prozent bei Aktienfonds und bis zu sechs Prozent bei Rentenfonds versprochen. Besonders dramatisch sind die Verluste bei den Aktienfonds. Die risikoärmeren Rentenfonds verzeichnen zwar Wertsteigerungen, die Unterschiede sind aber enorm.

Das Dauer-Börsentief verursacht bei den von Banken als "ertragreich" eingestuften Aktienfonds beträchtliche Verluste: Von der Ankaufssumme 100.000 Schilling - rund 7267 Euro - sind jetzt nur mehr um die 5000 Euro übrig. Somit haben die Aktienfonds auf dem "Konsument"-Testdepot mittlerweile rund ein Drittel ihres Ankaufswertes eingebüßt. Nicht einmal Blue Chips (= Aktien von Unternehmen mit höchster Bonität) hatten eine Chance. So büßte beispielsweise der Bawag PSK Europa Blue Chip Stock gegenüber dem Vorjahr rund 23 Prozent an Wert ein.

Besser entwickelten sich die Rentenfonds, zum Jubeln besteht aber keine Grund: Bei vier von sechs der Testfonds bleibt die jährliche Wertsteigerung unter 2,6 Prozent. Ein gut verzinstes Sparbuch hätte hier auch mithalten können. Einzig der neuerliche Performance-Sieger Volksbank Interbond kommt auf akzeptable 4,8 Prozent. Trotzdem rät "Konsument" Aktienfonds-Inhabern, sich jetzt nicht zu Panikverkäufen hinreißen zu lassen, da sich Fonds mit Aktienanteil meist nur mit Verlust verkaufen lassen und zusätzlich noch teure Verkaufsspesen anfallen. "Konsument" emfpiehlt deshalb: Durchhalten und auf bessere Börsezeiten warten!

In den letzten Jahren ist die Spesenbelastung bei Investmentfonds deutlich gestiegen. Dieser Trend drückt insbesondere bei kleineren Anlagebeträgen auf die Rendite. Keinesfalls zu ignorieren sind die Mindestspesensätze. Denn bei fast allen Banken wird jede Ein- und Auszahlung neben prozentuellen Gebühren auch mit Mindestspesen belegt. Vor allem ausländische Fondspapiere können teuer kommen. Neben Ausgabeaufschlägen haben viele Banken happige Verkaufsspesen eingeführt. Außerdem sind noch die Gebühren für das Wertpapierdepot zu begleichen, die von Bank zu Bank unterschiedlich sind. "Konsument" empfiehlt, jene Bank als depotführende auszusuchen, bei der die Kostenbelastung für den entsprechenden Anlagewunsch am geringsten ist.

Quintessenz: Bei kurzer Anspardauer und bei kleinen investierten Beträgen ist das Produkt Investmentfonds aufgrund der hohen Spesen unattraktiv und erzielt geringere Renditen als ein gut ausgewähltes Sparprodukt.

Mehr über die kurvenreiche Entwicklung der Investmentfonds sowie die großteils mangelhafte Informationspolitik der Banken präsentiert die November-Ausgabe von "Konsument".

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