"Kleine Zeitung" Kommentar: "Heiße Luft" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 23.10.2002

Graz (OTS) - Vor Wahlen pflegen die Parteien das Blaue vom Himmel
zu versprechen. Besonders eindrucksvoll klingt die Ankündigung der SPÖ, die Verwaltungskosten binnen zehn Jahren um 25 Prozent zu senken.

Leider verrät Alfred Gusenbauer nicht, wie er dieses Ziel erreichen will. Er ist ein gebranntes Kind. Als der Parteichef vor einigen Wochen laut über das Zusperren der Bezirkshauptmannschaften nachdachte, musste er nach wenigen Stunden reumütig den Rückzug antreten.

Seither herrscht Funkstille. Und Schweigen über die Pläne, welche Behörden abgeschafft und wie viele Beamte wo und wann abgebaut werden sollen.

Dafür hatten die Spin-Doktoren im roten Container einen Genieblitz:
Gusenbauer soll nach seiner Wahl zum Bundeskanzler einen "Österreich-Konvent" einberufen. Den Vorsitz soll der Rechnungshofpräsident übernehmen, der jüngst den derzeitigen Kanzler wegen der unterlassenen Einsparungen ziemlich geärgert hat. Die Reformvorschläge will Gusenbauer aber gar nicht selbst umsetzen, sondern zuerst noch eine Volksabstimmung abhalten.

Heiße Luft, mehr nicht, die der SPÖ-Chef unter Mithilfe des Nationalratspräsidenten erzeugte des Altmeisters in der Produktion von Sprechblasen. ****

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