Milliardenprojekt Lainzer Tunnel: Behauptete "Formalfehler" entpuppten sich als gemeingefährliche Projektmängel!

Information der Überparteilichen "Plattform Schienenverkehr" Wien (OTS) - Medienberichten zufolge rechnet Projektleiter Dr. Norbert Ostermann nach Bekanntwerden neuer kritischer Brandschutzgutachten - allen voran jenes von Univ. Prof. DDr. Schneider (TU Wien) - mit einer halbjährigen Bauverzögerung des Lainzer Tunnels und löst damit einige Verwunderung aus. Plattformsprecher Franz Schodl: "Entweder begreifen die Verantwortlichen die Aussage dieser vernichtenden Sicherheitsgutachten nicht oder sie spielen sie aus Angst vor Konsequenzen bewusst herunter." Aus der Sicht vieler Experten seien die hinlänglich bekannten groben Sicherheitsmängel des Milliardenprojekts Lainzer Tunnel nur durch grundlegende Umplanung auf zwei Röhren oder gänzlich neue Verkehrslösungen zu beheben.

Beobachter sind sich einig: Wäre es nach der HLAG gegangen, dann hätte man sicherlich - obwohl es sich hier um eines der größten Bauprojekte Wiens seit 1945 handelt - über das Ergebnis dieser Bauverhandlungen den Mantel des Schweigens gebreitet. Denn als im Vorjahr die Baubescheide für dieses Bahnprojekt vom VwGH aufgehoben wurden, habe man der Öffentlichkeit noch eingeredet, dass dies lediglich auf einen "Formalfehler" zurückzuführen sei, welcher raschest "repariert" werde.

Dieser angebliche "Formalfehler" veranlasste die HLAG und verantwortliche Ministerialbeamte, um Millionenaufwand zusätzliche Gutachten erstellen zu lassen. Bei der Bauverhandlung stellte sich jedoch heraus, dass diese sogenannten Amtsgutachten puncto Tunnelsicherheit keineswegs die von den Betreibern so hochgepriesene "Sicherheit" des Tunnels bestätigen können. Für Schodl bedeutet das im Grunde genommen nichts anderes, als dass die HLAG mehr als zehn Jahre nicht in der Lage war, ein dem heutigen Stand der Technik entsprechendes Projekt zu entwickeln. (Übrigens soll "Systemplaner" Ostermann dem Vernehmen nach bereits im kommenden März als Vorstand des Instituts für Eisenbahnwesen, Verkehrswirtschaft und Seilbahnen (TU Wien) seine Arbeit aufnehmen...).

Für Tunnelkritiker unverständlich ist die Berichterstattung bzw. das Schweigen einzelner Medien zu diesen Fakten; sollte man doch meinen, dass durch die vielen Tunnelunfälle in den letzten Jahren die Sensibilität betreffend Tunnelsicherheit wesentlich zugenommen hat. Stattdessen würden jene Bürger und Experten, die auf diese Mängel zu Recht hinweisen, dafür angeprangert, "dieses Bahnausbauprojekt nachhaltig zu behindern" (so nachzulesen im Kurier vom 19.10.2002). Indirekt würden sie auch als verantwortlich für die hohen Kosten hingestellt... Dabei dürften selbst seitens der Stadt Wien Zweifel bestehen hinsichtlich der Notwendigkeit dieses Projekts, sonst hätte man wohl nicht im Baubescheid für den vierten Abschnitt aus dem Jahr 1998 verlangt "die Beibringung eines Betriebskonzeptes der Bahn für den Raum Wien, in dem die Notwendigkeit der geplanten Strecke dokumentiert und ihre Entlastungswirkungen auf andere Strecken verdeutlicht werden."

Schodl abschließend: "Dass unsere Volksvertreter zu diesen Missständen nicht Stellung nehmen, ist geradezu typisch für das Ignorieren wichtiger Sachthemen."

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Mag. Franz Schodl
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