Antoni: "Lesefit"-Initiative reiner "PR-Gag"

Leselernprozess muss individuell unterstützt werden

Wien (SK) Die am Dienstag von Bildungsministerin Gehrer präsentierte sogenannte "Lesefit"-Initiative sei ein reiner PR-Gag, stellte SPÖ-Bildungssprecher Dieter Antoni gegenüber dem Pressedienst der SPÖ fest. "In lediglich 3 Minuten die Lesekompetenz eines Schülers zu erfassen, ist nur eine Momentaufnahme und widerspricht allen aktuellen pädagogischen Erkenntnissen", so Antoni. ****

Es müsse darum gehen, nicht nur die Lesetechnik zu überprüfen, sondern auch die Lerngeschwindigkeit und die Lernkompetenz insgesamt. Zudem müsste jeder Lernschritt während des gesamten Lernprozesses ausreichend unterstützt werden. "Dazu fehlen leider die Ressourcen, da die schwarz-blaue Regierung bei der Bildung die Mittel gekürzt hat", krisierte Antoni und forderte in diesem Zusammenhang die Senkung der KlassenschülerInnen-Zahlen, um den individuellen Fortschritt im Leselernprozeß des einzelnen Schülers zu begleiten.

Die PISA-Studie sei kein Grund zum Jubeln, weil insgesamt bis zu 20 Prozent der SchülerInnen Leseschwierigkeiten aufweisen. Denn es wurden alle jene Jugendlichen nicht erfasst, die zum Zeitpunkt der Erhebung die Schule als "Drop outs" bereits verlassen haben, so Antoni weiter.

Die schwarz-blaue Regierung habe es verabsäumt, rechtzeitig Maßnahmen zu setzen. Die jetzige Initiative sei wenig durchdacht und könne die enormen Probleme nicht lösen. Vielmehr müsse ein gesamtes Maßnahmenpaket, eine Bildungsoffensive, gestartet werden, um Österreich an die Spitze im internationalen Vergleich zu bringen. Dazu gehöre auch die Ausbildung aller LehrerInnen auf Hochschulniveau - da habe die schwarz-blaue Regierung bisher keinerlei Schritte gesetzt - und ausreichende Weiterbildungsangebote für die LehrerInnen, forderte Antoni abschließend. (Schluss) up/mm

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