VP-Tancsits: Wien muss Chancen der EU-Erweiterung nutzen

Aktive Maßnahmen von Wiener Stadtregierung gefordert

Wien (22.10.2002) - "Wien ist heute schon ein Hauptprofiteur der EU-Erweiterung. Gerade das Engagement mittelständischer Wiener Betriebe in den Kandidatenländern hat sich gelohnt. Wiener Betriebe konnten sich in Osteuropas Märkten gut positionieren und verfügen über vielfältige und erfolgreiche Netzwerke", so ÖAAB-Generalsekretär Mag. Walter Tancsits. Zudem haben Internationale Konzerne - Banken, Unternehmensberater, Werbeagenturen - ihre Osteuropa-Zentralen in Wien aufgebaut und verfügen über ein gut ausgebautes Filialnetz in den Reformländern. ****

Besonders positiv entwickeln sich Direktinvestitionen in den Nachbarländern. Auf der einen Seite kurbeln sie die heimische Exportwirtschaft an und wirken sich positiv auf die Beschäftigung aus. Auf der anderen Seite sind Direktinvestitionen in die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt der Reformländer wichtig und führen zu erhöhtem Wohlstand. Tancsits: "Je rascher die Wirtschaft und der Wohlstand in den Beitrittsländern wachsen, desto weniger Grund gibt es, sich in einem anderen Land nach Arbeit umzusehen."

Dennoch wird es mit der EU-Erweiterung vor allem Pendler in der Ostregion Österreichs, vorwiegend nach Wien, geben. "Auf Initiative von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wurden Beschränkungen des Arbeitsmarktzugangs für sieben Jahre nach der Erweiterung durchgesetzt. Damit ist ein wirksamer Schutz für den österreichischen Arbeitsmarkt gewährleistet", erklärt der ÖAAB-Generalsekretär. Ebenfalls auf Initiative Österreichs wurden Übergangsfristen für vier Branchen vereinbart, die von billigen Dienstleistern jenseits der Grenze besonders betroffen sein könnten: Baugewerbe, Reinigungsgewerbe, Sozialwesen sowie Hauskrankenpflege, Bewachungs-und Schutzdienst.

So wird etwa Dienstleistungspendlern aus Baufirmen der Nachbarstaaten ein wirksamer Riegel vorgeschoben. Und damit den Problemen, die infolge der Lohn- und Preisdifferenzen entstehen könnten.

Tanscits sieht für Wien eine ausgezeichnete Ausgangslage und ein großes Potential, von der Ost-Öffnung profitieren zu können. Dieses Potential muss aber erst genutzt werden. Die Wiener Stadtregierung muss in diesem Bereich aktive Maßnahmen setzen und diese offensiv vorantreiben.
· Aktive Direktinvestitionen Wiener Betriebe in den Mittel- und Osteuropäischen Ländern müssen noch stärker als bisher gefördert werden.
· Das bestehende Beratungs- und Informationsangebot vor allem für Klein- und Mittelbetriebe muss ausgebaut werden. Es bedarf einer Vernetzung der entsprechenden Initiativen der einzelnen Bundesländer; dies ist in der Vergangenheit zuwenig geschehen. Wien, als Hauptprofiteur und Hauptbetroffener muss hier eine Vorreiterrolle spielen und stärkere initiativ werden.
· Und schließlich muss es zu einer Verstärkung der Qualifizierungs-und Weiterbildungsmaßnahmen kommen um dem allgemeinen Wandel zu qualifizierten Tätigkeiten gerecht zu werden. Grenzüberschreitende Bildungsaktivitäten, wie die Europäische Mittelschule, sollten auch im Qualifikationsbereich Platz finden (insbesondere in den Bereichen Lehrlings- und Erwachsenenbildung). (Schluss)

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