FSG: Kanzlerbesuch am Flughafen verkümmerte zur Fotosession

Sorgen der ArbeitnehmerInnen fanden bei Schüssel kein Gehör

Wien (FSG). "Es ist beschämend, dass der gestrige groß angelegte Besuch des Kanzlers Schüssel einschließlich seiner Gefolgschaft bei der Belegschaft des Flughafens Wien-Schwechat lediglich zu einer Fotosession degradiert wurde. Die Sorgen der dort beschäftigten MitarbeiterInnen interessierten Schüssel nicht - wichtig war nur das die Blitzlichter funktionierten", stellte der Vorsitzende der FSG-Betriebsfraktion der Austrian Airlines, Alf Junghans, anlässlich des gestrigen Besuches von Kanzler Schüssel fest.++++

Seine Exzellenz, "Wolfgang der Erste", fand es binnen zwei Stunden nicht der Mühe Wert, Gespräche mit den dort beschäftigten ArbeitnehmerInnen zu suchen. Einzig die Regie musste offensichtlich passen. "An der Kantine ein Foto, einige Hände schütteln und die lapidare Frage nach der Tätigkeit. Das war es dann - mehr kam einfach bei dieser Inszenierung nicht heraus", ist der FSG-Vorsitzende empört. Auch in der Werft das gleiche Bild: Keine Gespräche mit der Belegschaft - dafür aber Fotos mit Kanzler Schüssel vor kleinen, großen und mittleren Flugzeugen. Einer Diskussion mit den ArbeitnehmerInnen zur Zukunft des Unternehmens stellte sich der Kanzler erst gar nicht. Dabei hätte es viele Fragen gegeben, auf die sich die Belegschaft Antworten - etwa ob die Verschacherungs-Politik fortgesetzt wird - von Kanzler Schüssel erwartet hätte.

Und was das Pensionsalter betrifft, das durch die Pensionsreform bei Männern auf 61,5 Jahre angehoben wurde und auch für Flugverkehrsleiter und Piloten Gültigkeit hat, deren Lizenz aber laut internationalen Vorschriften nach dem Erreichen des 60. Lebensjahres nicht verlängert werden kann, verlässt sich Kanzler Schüssel auf seinen ÖAAB-Generalsekretär Tancsits. Dieser riet den Piloten, die auf Grund internationaler Konventionen ab dem 60. Lebensjahr nicht mehr fliegen dürfen, "sie könnten ja auch als Englischlehrer oder Reiseleiter arbeiten". (ew)

FSG, 22. Oktober 2002 Nr. 088

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