Knafl: Strukturreformen zur Finanzierung des Gesundheitswesens notwendig!

Forderung nach Schaffung einer Pensionistenkurie!

Wien (OTS) - Anlässlich einer Informationskonferenz des Burgenländischen Seniorenbundes in Eisenstadt fordert Bundesobmann Stefan Knafl eine Strukturreform des Österreichischen Gesundheitssystems.

Wesentlich ist eine einheitliche Organisation der gesamten Krankenversicherung: statt der derzeit 23 Krankenversicherungsträger soll es 4 geben - Arbeitnehmer, Gewerbliche Wirtschaft, Bauern, Öffentlich Bedienstete.

Knafl: "Dabei müssen die föderalen Strukturen im Interesse der Versicherten voll erhalten bleiben. Dies bezieht sich ausdrücklich auf die Service- und Betreuungseinrichtungen für die betroffenen Menschen in den Bundesländern, da die Bedeutung der Bürgernähe in Zukunft weiter steigen wird. Demgegenüber sind nachhaltige Maßnahmen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit anzustreben (Zusammenlegung von Verwaltungseinheiten, gemeinsame EDV-Systeme, ...)".

Ein wesentlicher Gesichtspunkt ist die langfristige Schaffung eines gleichen Leistungsrechts für alle Versicherten in ganz Österreich. Über dem Durchschnitt liegende Regelungen und geübte Praktiken dürfen für die Versicherten aber keine Schlechterstellung erfahren, sondern sollen vielmehr Ansporn zur Verbesserung in anderen Bundesländern sein.

Knafl weiter: "Die Hälfte der von den Ärzten verschriebenen Medikamente werden weggegeben und nicht verwendet, ein Drittel der Medikamente haben keine therapeutische Wirkung. Solange sich Medikamente in den Nachtkästchen der Österreicher im Wert von mehr als 1 Milliarde Euro befinden, besteht noch ein enormes Einsparungspotential. Dieses Problem muss von den zuständigen, verantwortlichen Sozialversicherungsträgern gelöst werden. Davor kann es keine Beitragserhöhung geben.

Schaffung einer Pensionistenkurie

"Die Pensionisten müssen in der Sozialversicherung über die bisherigen Mitwirkungsrechte hinaus als gleichberechtigte Gruppe neben den Arbeitgebern und Arbeitnehmern anerkannt werden", fordert Knafl.

Gefordert wird die Schaffung einer dritten Kurie, der Pensionistenkurie, die nicht nur ein Anhörungsrecht, sondern ein gleichberechtigtes Mitentscheidungsrecht erhalten muss. Diese Forderung ist nicht nur darin begründet, dass die Pensionisten auch Mitzahler sind, sie ist auch verfassungsrechtlich unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung geboten. "Um der Selbstverwaltung wieder die demokratische Legitimierung zu geben, sollen gemeinsam mit den Wahlen für die gesetzlichen Interessensvertretungen Sozialversicherungswahlen durchgeführt werden", so Knafl abschließend.

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