Presseverantwortung, Freiheit und Sicherheit in Krisenzeiten als Tagungsthema der Commission on Radio and Television Policy im ORF-Zentrum Wien

Wien (OTS) - Die Berichterstattung in Krisensituationen stellt die härteste Probe für die professionellen Standards einer Medienorganisation dar und erfordert vertiefte Anstrengungen um die Vermittlung von Hintergrundinformationen und Zusammenhängen. Diese Feststellung trafen Journalisten und leitende Vertreter von Medienorganisationen anlässlich des diesjährigen Treffens der Commission on Radio and Television Policy am 18. und 19. Oktober im ORF-Zentrum Wien. Die Kommission wurde im Jahr 1990 von Jimmy Carter, dem ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten und jetzigen Friedensnobelpreisträger, zur Förderung der Rolle der freien Presse in demokratischen Gesellschaften gegründet. In den ersten Jahren ihrer Existenz beschäftigte sich die Kommission hauptsächlich mit Fragen der Medienpolitik in den USA sowie in Ost-und Westeuropa. Mittlerweile sind neue Mitglieder aus Mittel- und Osteuropa in die Arbeit der Kommission einbezogen worden.

Die Kommission steht unter dem gemeinsamen Vorsitz von Dr. Ellen Mickiewicz, Leiterin des DeWitt Wallace Center for Communication and Journalism der Duke University in den Vereinigten Staaten und Vizekanzler a.D. Dr. Erhard Busek, Sonderkoordinator des Stabilitätspakts für Südosteuropa, der das hohe Niveau des zweitägigen Dialogs hervorhob. Veranstaltung wie diese - so Busek -"leisten einen wichtigen Beitrag, um Netzwerke aufzubauen, den gegenseitigen Informationsprozess zu fördern und damit die Situation der Medien in vielen der Teilnehmerstaaten zu verbessern".

Die Sitzungsteilnehmer erörterten eine Reihe von Problemen, die bei der Berichterstattung in Krisensituationen auftreten - von Fragen der persönlichen und öffentlichen Sicherheit bis zum wirtschaftlichen Druck, unter dem es zu einer übertriebenen oder sensationsbetonten Berichterstattung kommen kann. Die Kommission beschäftigte sich außerdem mit der Schwierigkeit beim Umgang mit Informationsquellen in Krisensituationen - gleichgültig, ob es sich dabei um staatliche Organe, nicht-staatliche Organisationen oder Experten handelt.

Die Kommission befasste sich eingehend mit dem Problem des Erkennens einer Krise und mit der Frage, wie darüber zu berichten ist, ohne dass die Situation entweder herunter gespielt oder übertrieben wird. Probleme dieser Art werden durch die Verbreitung von Gerüchten und den erschwerten Zugang zu Krisenschauplätzen und Informationen nur noch verschärft.

Im Rahmen der Tagung, die bereits zum siebten Mal im ORF-Zentrum Wien stattfand, wurde der erstmals der "Dr. Erhard Busek - SEEMO Award for Better Understanding in South East Europe" vergeben. Ausgezeichnet wurde der kroatische Journalist Denis Latin vom kroatischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen für seinen Einsatz gegen ethnische und religiöse Trennlinien.

Die Jahrestagung der Kommission on Radio and Television Policy wurde vom ORF, dem Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) und dem DeWitt Wallace Center for Communications and Journalism at Duke University veranstaltet und von folgenden Institutionen unterstützt:
American Austrian Foundation, Stadt Wien, Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, "Kurier", Erste Bank der Österreichischen Sparkassen AG.

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