Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Plakatierter Seelenzustand (von Claudia Grabner)

Ausgabe vom 20. Okt. 2002

Klagenfurt (OTS) - Schwarze Selbstüberschätzung. Blaue Selbstsuche. Die Wahlplakate der beiden "Wendeparteien" - eine grandiose Fungrube für die Psychoanalyse! Die Seelenzustände von ÖVP und FPÖ, entblößt im 2,5-Meter-mal-3,5-Meter-Format. Eine plakatierte Selbstoffenbarung...

Ein selbstverliebter schwarzer Spitzenkandidat, Wolfgang Schüssel, getrieben von Gier. Machtgier, die nur eines sieht: das Ziel. Nicht den Weg dorthin. Und auch nicht die Verantwortung, die Macht mit sich bringt. "Wer, wenn nicht er?" - Die Botschaft könnte nicht deutlicher sein: Es geht um ihn. Um Schüssel alleine. Er will wieder dort sein, wo er sich selbst vor zweieinhalb Jahren - gegen den dezidierten Wählerwillen - hingetrickselt hat - auf dem Kanzlersessel.

Eine Partei auf der Suche nach sich selbst: Die FPÖ taumelt verloren vor sich hin - kopflos. Ohne Kopf. Sie weiß in der Tat nicht, wer ihr neuer Macher ist. Mathias Reichhold wohl kaum: Er darf nur den Lückenbüßer spielen und "handschlagfest" von einem Plakatchen lächeln. Der Rest ist Null-Inhalt und Rätselraten: Da das Mega-Plakat, das nichts außer ein Herz für Kärnten schlagen lässt. Dort - seit gestern - ein neues Sujet mit Herbert Haupt und (na, bitte!) Jörg Haider als Hauptdarsteller. Nur: Um Minister Haupt geht es nicht bei der Nationalratswahl. Und um Alt-Parteichef Haider schon gar nicht.

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