"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Schleppen um die Wette (von Michael Kuscher)

Ausgabe 181002

Klagenfurt (OTS) - Die Asylwerber, die das Pech haben, der
falschen Nationalität oder Rasse anzugehören, werden auf Veranlssung und mit ausdrücklicher Billigung des Innenministers auf privatwirtschaftlicher Basis behandelt und Gewinn bringend binnen einer Woche über die Grenze verbracht. Als sie auf gleiche Weise in umgekehrter Richtung die Grenze überschritten hatten, war von Schlepperunwesen (privatwirtschaftlich, gewinnorientiert) die Rede gewesen. Die Menschen werden dahin und dorthin Gewinn bringend verschleppt.

Die Selektion einerseits und die legale Lukrierung eines Gewinns aus der Not durch ein ausländisches Verbringungsunternehmen andererseits (Lizenz zum Schleppen) sind Erfindungen unseres nur noch wenige Wochen amtierenden Innenministers. Sein legalisiertes Schlepperunwesen in umgekehrter Richtung ist aber nicht die Lösung in letzter Minute, sondern jener Ausländerwahlkampf, den die Haider-FPÖ immer schon führen wollte.

Ernst Strassers gewinnorienterte Abschiebeaktion ist ein in die Tat umgesetztes Wahlplakat. Die christlich-soziale Volkspartei wirbt nicht mit Slogans, sondern mit verabscheuungswürdigen Taten um die von Riess-Passer enttäuschten Haider Fans. Reichhold könnte im Wahlkampf gar nicht mehr so viel fordern, wie Strasser umsetzt. Hier wird um die Wette geschleppt.

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