VAT - Bang-Jensen: Telekom-Studie denunziert Wettbewerb als "Preisterrorismus"

Jorgen Bang-Jensen, Präsident des Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT), stellt Studie zur Telekom-Liberalisierung richtig

Wien (OTS) - "Wer Wettbewerb als 'Preisterrorismus' denunziert, stellt sich selbst ins monopolistische Eck." Das erklärte heute VAT-Präsident Jorgen Bang-Jensen zu den Ergebnissen einer Studie des Beratungsunternehmens Kreutzer, Fischer & Partner, worin eine negative Bilanz der Telekom-Liberalisierung gezogen wird und in der alternative Telekomanbieter ausdrücklich als "Preisterroristen" bezeichnet werden. "Mit dieser Aussage macht man die österreichischen Telekom-Kunden, die sich in den letzten Jahren durch den Wettbewerb der Anbieter mehr als 5 Mrd. Euro erspart haben, pauschal zu Nutznießern und Komplizen ´terroristischer´ Handlungen - dieser absurde Zusammenhang ist eine unerhörte Geschmacklosigkeit. In Wahrheit ist diese so genannte Marktanalyse nichts Anderes als eine plumpe Gefälligkeitsstudie, die überdies aus falschem und unvollständigem Datenmaterial falsche Schlussfolgerungen zieht. Dabei sind sämtliche erforderlichen Daten im aktuellen Kommunikationsbericht und in den Bescheiden der Regulierungsbehörde, an die ja alle Telekomunternehmen wahrheitsgetreu berichten müssen, leicht nachzuschlagen", Bang-Jensen weiter.

Orientierungshilfe für "Branchenradar" Als Beispiele für den sorglosen Umgang mit Zahlen im "Branchenradar" nannte Bang-Jensen die Angaben über Verkehrsvolumen, Festnetz-Telefontarife, Umsätze und den Marktanteil der Telekom Austria. Tatsächlich stieg das gesamte Verkehrsaufkommen zwischen 1998 und 2001 um 159%, und nicht um 60%, hingegen sanken die Festnetz-Telefontarife um 60%, und nicht wie kolportiert um 30%. Auch bei den Umsätzen gab es entgegen den Zahlen der Studie ein deutliches Wachstum von 41%, und der umsatzbezogene Marktanteil der Telekom Austria beträgt im Festnetz nach wie vor mehr als 70%, und nicht wie im "Branchenradar" behauptet 54% - das wurde erst Ende September von der Telekom-Control Kommission mit Bescheid festgestellt.

Thema Investitionen Laut Kreutzer-Studie seien die Investitionen seit 1998 stets zurückgegangen und hätten im Jahr 2001 nur mehr 550 Mio. Euro betragen. Tatsächlich beliefen sich die Investitionen allein im Festnetz auch im Jahr 2001 immer noch auf fast 800 Mio. Euro. Die Gesamtinvestitionen der Telekom-Betreiber wuchsen von 1998 auf 2001 um ca. 23%, sodass in diesem Zeitraum insgesamt ca. 7,2 Mrd Euro investiert worden sind. Zwar gab es von 2000 auf 2001 einen Rückgang der Investitionen, aber selbst 2001 - einem schwierigen Jahr für die Telekombranche - überstieg die Investitionsquote auf den Telekom-Märkten mit ca. 59% jene der Gesamtwirtschaft mit ca. 24% noch immer um mehr als das Doppelte. Dabei haben im Jahr 2000 die alternativen Betreiber um ca. 260 Mio. Euro mehr investiert als die gesamte Telekom Austria-Gruppe, im Jahr 2001 noch immer um 216 Mio. Euro mehr. Im Festnetzbereich haben die alternativen Betreiber 2001 mit ca. 351 Mio. Euro ca. 44% der Gesamtinvestitionen getragen - und das bei einem Marktanteil von jedenfalls weniger als 30%.

Thema Arbeitsplätze Seit Beginn der Liberalisierung 1998 bis 2001 sind 15% zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden, und dies zu einem überwiegenden Teil bei alternativen Betreibern. Dabei gab es im Festnetzbereich einen Rückgang, der aber durch den Zuwachs im Mobilbereich mehr als ausgeglichen wurde. Der Rückgang im Festnetzbereich resultiert ausschließlich aus dem Stellenabbau der Telekom Austria, der aber aufgrund des Abbaus von dort vorhandenen Ineffizienzen und des Abschlusses der Digitalisierung der Wählämter notwendig war.

Thema Volkswirtschaft Während sich die Kreutzer-Studie nur mit den (aufgrund der Liberalisierung) nicht abgeschöpften (und somit dem Endverbraucher verbliebenen) hypothetischen Gewinnen auf Betreiberseite befasst und dabei außerdem übersieht, dass das gestiegene Verkehrsvolumen eine Folge der Preissenkungen ist, hat die Regulierungsbehörde die Gesamtwohlfahrtseffekte analysiert: Hier stehen zwischen 1999 und 2001 allein im Festnetz der Senkung der Betreibergewinne in Höhe von ca. 1,57 Mrd. Euro Wohlfahrtsgewinne der Konsumenten und der Wirtschaft im Ausmaß von ca. 3,94 Mrd. Euro gegenüber, somit ein Plus von ca. 2,37 Mrd. Euro. Betrachtet man den gesamten Telekom-Markt, so ergibt sich mit Wohlfahrtsgewinnen der Endverbraucher in Höhe von ca. 5,22 Mrd. Euro gegenüber Verlusten auf Betreiberseite im Ausmaß von ca. 1,91 Mrd. Euro insgesamt sogar ein Plus von ca. 3,31 Mrd. Euro für die Gesamtvolkswirtschaft.

"In diesem Licht gesehen ist die in der Kreutzer-Studie gezogene negative Bilanz der Telekom-Liberalisierung eine falsche Schlussfolgerung. Das Gegenteil ist richtig, denn es war gerade der durch die alternativen Betreiber ausgelöste Wettbewerb, der den Kunden niedrigere Telefonkosten, dem Arbeitsmarkt mehr Jobs und der Volkswirtschaft mehr Investitionen gebracht hat", erklärte Bang-Jensen abschließend.

Alle Daten nachzulesen im aktuellen Kommunikationsreport der Regulierungsbehörde:
http://www.rtr.at/publikationen/kbericht2001/de/index.htm

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