Edlinger zur Pensionsvorsorge über Aktien: "Die Börse ist keine Sparkasse für Ersparnisse kleiner Leute"

Wien (SK) "Das jetzige Pensionssystem ist der beste Garant für eine faire und sichere Pension. Unabhängig von seinem Wohlstand bekommt jeder eine faire und sichere Pension. Die Pension von den Höhen und Tiefen des Börsengeschehens abhängig zu machen, bringt für die Menschen ein enormes Risiko", warnte SPÖ-Budgetsprecher Rudolf Edlinger am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Finanzminister Grasser hatte gestern Abend erneut die angeblichen Vorzüge einer Pensionsvorsorge per Aktien gelobt. Edlinger hält es für "verantwortungslos", wenn nicht nur die Bundesregierung, sondern auch Arbeitnehmervertreter wie der ÖAAB ihren Mitgliedern derartige Pensionsvorsorgen empfehlen. "Die Börse ist keine Sparkasse für die Ersparnisse kleiner Leute", unterstrich der SPÖ-Abgeordnete. "Bei der Altersvorsorge muss Sicherheit vor Rendite gehen" habe auch der deutsche Wirtschaftsweise Bert Rürup zu recht erklärt. ****

"Die Regierung verleitet die Menschen, ihre Altersvorsorge einem höchst riskanten Kapitalmarkt auszuliefern, der die versprochenen Renditen allen Gesetzen der Volkswirtschaft zufolge nicht erwirtschaften kann. Die Menschen werden froh sein müssen, wenn sie die eingezahlten Beträge wieder zurückbekommen", sagte Edlinger. Und er begründet seine Ablehnung damit, dass sich die Renditeversprechungen der Kapitalmärkte von dem, was real erwirtschaftet werden könne, bereits zu weit auseinander entwickelt hätten. "Wenn auf den Kapitalmärkten mehr versprochen wird, als real erwirtschaft werden kann, kann sich die Rechnung nicht ausgehen. Es muss und wird zu Enttäuschungen kommen", so der SPÖ-Budgetsprecher. "Was mit Privatpensionen passiert, die auf Kapitalmärkten angespart wurden, konnte man in den vergangenen zwei Jahren an etlichen internationalen Beispielen bereits erleben", fügte Edlinger hinzu.

Laut Edlinger müsse sich die neue österreichische Bundesregierung vielmehr zum Ziel setzen, die Finanzierung der gesetzlichen Pensionsversicherung langfristig sicherzustellen. "Und die Kreativität muss mehr hervorbringen als bloß Pensionen kürzen und das Antrittsalter weiter verlängern zu wollen. Es geht um eine Angleichung des tatsächlichen an das gesetzliche Pensionsalter. Aber dazu muss auch der Arbeitsmarkt in der Lage sein, ältere Arbeitnehmer aufzunehmen. Und es muss in Zukunft unterschieden werden zwischen den Menschen, die ihr Leben lang schwer körperlich arbeiten, und jenen, die im Büro arbeiten", so Edlinger abschließend. (Schluss) hm

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