FSG-GPA-Katzian: Geforderte Anhebung des Pensionsalters disqualifiziert Sozialexperten Marin

Faktische Situation älterer ArbeitnehmerInnen wird völlig ausgeblendet

Wien (FSG-GPA). Der Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Wolfgang Katzian, bezeichnet die von Sozialexperten Bernd Marin erneut ins Spiel gebrachte Anhebung des Pensionsantrittsalters als realitätsfern und ignorant gegenüber der bestehenden Situation älterer ArbeitnehmerInnen. "Für mich sind das leichtfertige Zahlenspiele vom Efenbeinturm aus, die nichts an den ursächlichen Problemen der Finanzierung des Pensionssystems ändern können, sondern die Konsequenzen dieser Mängel und Unzulänglichkeiten nur an die Betroffenen auslagern", so die Einschätzung Katzians, der nachhaltig wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Chancen Älterer am Arbeitsmarkt einfordert.++++

Wie nicht anders zu erwarten war, habe die von der schwarz-blauen Bundesregierung überfallsartig umgesetzte Anhebung des Frühpensionsalters die Arbeitslosenrate von Älteren weiter nach oben geschraubt. Die Kosteneinsparungen, die der Staat auf diesem Weg lukrieren konnte, seien direkt auf den Rücken der von längerer Arbeitslosigkeit Betroffenen entstanden. Substanzielle Maßnahmen zur Anhebung des faktischen Pensionsalters sind weitgehend auf der Strecke geblieben, die Arbeitgeberseite wurde in dieser Frage in die ihnen zustehende Verantwortung genommen.

"Wenn sich Herr Professor Marin nun hinstellt, und einer Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters das Wort spricht, übersieht er die sich abzeichnenden Entwicklungen und sozialen Konsequnezen offenbar völlig - und vielleicht auch ganz bewusst. Klar muss aber sein, dass eine nachhaltige finanzielle Absicherung des Pensionssystems nur durch umfassende Schritte, die insbesondere auf mehr Gerechtigkeit bei der Finanzierung und Berechnung der Pensionen sowie auf die Verbesserung der Chancen und Rahmenbedingungen für Ältere am Arbeitsmarkt abzielen, erreicht werden können", so Katzian abschließend.

FSG, 17. Oktober 2002
Nr. 86

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