Wirtschaftsbund forciert Forderung nach einheitlicher Betriebssteuer

Fessel-Gfk – 25 Prozent Besteuerung nicht entnommener Gewinne von 90 Prozent unterstützt

Wien, 17. Oktober 2002 (ÖWB) Insgesamt eine positive Bilanz der Koalitionsarbeit zog der Österreichische Wirtschaftsbund heute, Donnerstag, in einer Pressekonferenz. Trotz der Belastungen, die die Wirtschaft auf ihre Schultern genommen hat, habe die Regierung-Schüssel positive Maßnahmen gesetzt, die den Klein- und Mittelbetrieben helfen, betonten Wirtschaftsbund-Präsident Christoph Leitl und Generalsekretär Abg. z. NR Karlheinz Kopf. Erste Priorität für den Wirtschaftsbund habe nun die Absicherung von Betrieben und Arbeitsplätzen durch die Einführung einer rechtsformneutralen Betriebssteuer von 25 Prozent. Der Wirtschaftsbund will damit die schlechte Eigenkapitalsituation heimischer Betriebe verbessern und für mehr Investitionsfreude in den Standort Österreich sorgen. ****

Fast 82.000 Betriebe mit über 210.000 Beschäftigten weisen derzeit eine negative Eigenkapitalbasis auf. Europaweit rangiert Österreich mit einer Eigenkapitalquote von 28 Prozent an der vorletzten Stelle. Eine wesentliche Ursache dafür liegt in den steuerlichen Rahmenbedingungen. Werden betriebliche Realinvestitionen mit Eigenkapital finanziert, unterliegt die anfallende Rendite der vollen Ertragsbesteuerung, die bis zu 50 Prozent des Gewinns ausmacht. Die Einführung der einheitlichen Betriebssteuer von 25 Prozent würde, so die Berechnungen des Wirtschaftsbundes, die Unternehmen um rund 680 Millionen Euro entlasten. Geld, so Präsident Leitl, "das ein Mehrfaches bringt, weil es für kluge Investitionen in den Standort sorgt". Angesichts der EU-Erweiterung 2004 müsse diese Maßnahme, "damit sie rechtszeitig greift", bereits 2003 umgesetzt werden.

Der Wirtschaftsbund erwarte sich, dass sich auch
die Verantwortungsträger der anderen Parteien, ernsthaft mit diesem Vorschlag auseinandersetzen, so Leitl. Laut einer Fessel-Gfk Umfrage würden 90 Prozent der Wirtschaftstreibenden die Betriebssteuer sehr befürworten, ergänzte Generalsekretär Kopf.

Äußerst positiv bewertet der Wirtschaftsbund das Konjunkturpaket, welches "in der Rapid-Viertelstunde des Nationalrates", so Leitl, durchgesetzt werden konnte. Insbesondere den Lehrlingsscheck als Kostenersatz an die Betriebe für die Berufsschulzeiten und die 50prozentige Lohnkostenerstattung bei Freizeit- und Arbeitsunfällen würden von den Betrieben äußerst positiv aufgenommen. Das bestätigt eine Fessel-Gfk Umfrage unter 500 Wirtschaftstreibenden (Oktober 2002): Die Lehrlingsprämie wird von 91 Prozent der Unternehmer positiv bewertet, die Kostenerstattung bei Freizeit- und Arbeitsunfällen wird von 77 Prozent als sehr gute beziehungsweise gute Maßnahme gesehen.

Hinweis: Die Presseunterlage mit allen Details zur Betriebssteuer und dem Reformprogramm des Wirtschaftsbundes finden sie im Pressecorner unserer Homepage.

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