Offener Brief der Ärzte bringt Spitzenkandidaten unter Druck (1)

Verbindliches Bekenntnis zur nachhaltigen finanziellen und strukturellen Sicherung des Gesundheitssystems gefordert - Schüssel, Reichhold, Gusenbauer und Van der Bellen als Adressaten -ÖÄK-Präsident Pjeta: "Ungeklärte Fragen müssen noch vor der Wahl beantwortet werden"

Wien (OTS) - In einem Offenen Brief an die Adresse der Spitzenkandidaten der Parlamentsparteien hat der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, seine Forderung nach einem klaren und verbindlichen Bekenntnis der Parteien zur umfassenden finanziellen und strukturellen Sicherung des Gesundheitssystems noch vor der Wahl erneuert. "Im laufenden Wahlkampf haben die Parteien außer inhaltsleeren Überschriften bisher keine konkreten Konzepte für eine Bewältigung der sich klar abzeichnenden, tiefen Finanz- und Strukturkrise im Gesundheitssystem vorgelegt", begründet der Ärztechef den Schritt in einer Aussendung am Donnerstag. "Diese Ignoranz seitens der Politik ist empörend. Immerhin geht es um eines der wichtigsten Anliegen, das seitens der Parteien sträflich vernachlässigt wird", kritisiert Pjeta. "Die Menschen haben ein Recht darauf, noch vor dem Urnengang zu erfahren, wie es nach der Wahl weitergeht. Ich erwarte mir daher in den nächsten zwei Wochen dringend eine Antwort auf den Offenen Brief."

Gerade dieser Tage sei der explodierende Bedarf bei der Pflege und Betreuung älterer Menschen wieder ein großes Thema in den Medien gewesen, erinnert Pjeta. Zu erwarten sei ein dramatischer Anstieg älterer Menschen und mithin daraus resultierende steigende Anforderungen an das Gesundheitssystem und höhere Kosten. Außerdem beobachteten die Ärzte mit Sorge eine Zunahme chronischer Krankheiten und Lebensstil-bedingter Erkrankungen. "Aber statt uns zu sagen, wie man das System für diese Herausforderungen rüsten kann und wie es -angesichts der leeren Kassen - ökonomisch fit gemacht werden kann, damit Leistungskürzungen vermieden werden, gibt es nur höchst unverbindliche Antworten. Das können wir Ärzte im Interesse unserer Patienten nicht hinnehmen."

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