Bahnausbau auf der Pyhrn-Schober - Achse

SCHIG prüft alternative Finanzierungsmöglichkeiten für einen raschen Ausbau der wichtigen Nord-Süd Verbindung

Wien (OTS) - Angesichts stetig wachsender Verkehrszahlen und im
Zuge der geplanten Osterweiterung der Europäischen Union sowie der damit erwarteten Steigerung des Transportaufkommens ist davon auszugehen, dass das Thema Transitverkehr bald nicht mehr auf den Westen Österreichs konzentriert bleiben wird. Bei der heutigen Pressekonferenz zum Ausbau der Schieneninfrastruktur der Pyhrn-Schober - Achse betonten LHStV Haider (OÖ) und sein Kollege LHStV Schöggl (Stmk) erneut die Bedeutung dieser wichtigen Nord-Süd Verbindung zwischen der tschechischen Grenze bei Summerau bis zur slowenischen Grenze bei Spielfeld. Die im Generalverkehrsplan Österreich (GVP-Ö) in Stufen ab 2004 und teilweise nach 2021 vorgesehenen Maßnahmen sollen daher vorgezogen und schon zu einem früheren Zeitpunkt verkehrswirksam werden.

Die SCHIG (Schieneninfrastrukturfinanzierungs-Gesellschaft m.b.H.), die mit dem finanziellen Management für den Ausbau der österreichischen Schieneninfrastruktur betraut ist, arbeitet daher intensiv an möglichen Finanzierungsalternativen, um eine frühere Realisierung des Vorhabens zu ermöglichen. "In einem ersten Schritt haben wir daher Ernst Basler + Partner mit einer Studie beauftragt, die Nachfragepotentiale im Schienengüterverkehr auf der Strecke Summerau - Spielfeld-Straß zu ermitteln, und daraus Ausbauempfehlungen unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeitsüberlegungen abzuleiten." erläuterte Dr. Helmut Falschlehner, Geschäftsführer der SCHIG.

Für die Strecke Summerau - Spielfeld-Straß sind gemäß GVP-Ö Investitionen im Umfang von 1,4 Mrd EUR geplant, davon entfallen 521 Mio. EUR auf Projekte für Maßnahmen der Pakete 0 und 1a. Aus dem Vergleich von Zugzahlen mit dem infrastrukturellen Ausbaustandard für die Jahre 2001, 2005 und 2015 ergab sich aus Sicht des Güterverkehrs, dass Ausbaumaßnahmen über diejenigen hinaus, die im GVP-Ö vorgesehen sind, weniger aus Kapazitäts- als vielmehr aus Qualitätsgründen erwägenswert sind. Ferner zeigen Höhe und Struktur der Infrastrukturkosten (inkl. Betrieb) insbesondere Bedarf an Maßnahmen zur Rationalisierung und damit zur Senkung der Betriebsführungskosten auf.

Die Ernst Basler + Partner AG schlägt in ihrem Bericht vor, 76 Mio. EUR aufzuwenden, um Maßnahmen aus dem GVP-Ö vorzuziehen (64 Mio. EURO) und zusätzliche punktuelle Maßnahmen zu ergreifen (12 Mio. EURO).

Im einzelnen sind dies:

  • Summerau - Linz: Ausbau von Bahnhöfen (54,5 Mio. EUR)
  • Linz - Selzthal: Signal- und Sicherungstechnik (2,6 Mio. EUR) sowie Betriebsausweiche Linzerhaus (14,3 Mio. EUR)
  • Bruck - Graz: Signal- und Sicherungstechnik (2,8 Mio. EUR) sowie Überholgleis Bahnhof Frohnleiten (2,1 Mio. EUR)

Mit geringem zusätzlichen finanziellen Aufwand wird so die Durchlassfähigkeit der einzelnen Teilstrecken erhöht, und damit eine deutliche Qualitätsverbesserung im Güterverkehr (Verkürzung der Transportdauer) ermöglicht. Gleichzeitig kann durch die vorgeschlagenen Maßnahmen eine Kapazitätsreseve geschaffen werden, also die Führung weiterer Güterzüge über diejenigen Güterzugszahlen hinaus, die in den Prognosen zugrundegelegt werden.

Die weitere Auswertung der Ergebnisse der Studie liegt jetzt bei der SCHIG. "Derzeit wird von uns geprüft, ob eine Vorfinanzierung von Maßnahmen im GVP-Ö möglich ist. Ein weiterer Punkt, den wir uns ansehen, ist aber auch, ob ein privater Anteil an einer Finanzierung oder Vorfinanzierung möglich ist, und wie weit eine Vergabe der gesamten Planungs- und Bauleistung an eine private Gruppierung eine Beschleunigung des Ausbaus bzw. eine Verbilligung der Ausbaukosten bringen könnte." erklärte abschließend Dr. Falschlehner.

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