Der Tag des weissen Stockes

Berlin (OTS) - Anmoderation

Wenn ein Blinder von einem Ort zum anderen kommen will, ist er meist auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Aber dabei geht es nicht immer alles glatt. Beim sogenannten "Tag des weißen Stockes" weisen Blindenverbände und Aktionsgruppen bundesweit auf die Bedürfnisse blinder Fahrgäste hin.

An den Hauptbahnhöfen in Frankfurt und Köln setzten sich Sehbehinderte mit Vertretern der Bahn zusammen, um gemeinsam für Verbesserungen zu sorgen.

Text:

Martin Altmaier ist von Geburt an blind. Trotzdem will er mobil sein. Mit seinem Blindenstock tastet er sich Schritt für Schritt durchs Leben. Aber immer wieder behindern ihn bauliche und technische Barrieren zusätzlich. Als stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes versucht Martin Altmaier, den Anliegen seiner Interessengruppe Gehör zu verschaffen. Denn auch als "blinder Passagier" bei der Bahn will er sich so einfach wie möglich orientieren können.

O-Ton (ors08021) Martin Altmaier, Stellvertretender Geschäftsführer des DBSV (00:30)

"Das ist eigentlich überhaupt kein Problem für mich, das selber zu machen. Voraussetzung ist allerdings ein Blinden-Leitsystem, was mir anzeigt, wo die einzelnen Gleise sich befinden. Ich kann das dann mit dem Stock ertasten. Und an den Aufgängen zu den Bahnsteigen gibt es dann an den Geländern die Zahl, die Gleisnummer, also fühlbar dargestellt. Leider ist das in Köln noch nicht realisiert, so daß ich jetzt wieder sehende Hilfe brauche."

Text:

Die Bahn will Abhilfe schaffen: Im Rahmen des "Tages des weißen Stockes", der in diesem Jahr unter dem Motto "Blinde Passagiere an Bord!" steht, stellte die Bahn (am 15. Oktober 2002) das geplante Blindenleitsystem des Kölner Hauptbahnhofes vor.

Der umfangreiche Umbau soll im Frühjahr nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Die Integration der neuen Orientierungshilfe für Blinde und Sehschwache wurde in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Verbänden entwickelt.

Vorbild ist Hannover. Hier wurde schon vor zwei Jahren ein Blindenleitsystem im Pilotprojekt getestet.
Eine in Deutschland einmalige Blindentafel ermöglicht den Blinden eine erste Orientierung, um sich im Labyrinth eines Bahnhofs zurechtzufinden. Sabine Nowas, die Bahnhofsmanagerin in Hannover, hat rundum positive Erfahrungen mit der Blindentafel gemacht.

O-Ton (ors08022) Sabine Nowas Herschel, Bahnhofsmanagerin Hannover (00:10)

"Diese Blindentafel stellt unseren Bahnhof dar, ist in Brailleschrift. Und sie wird sehr, sehr gerne von Sehbehinderten angenommen, weil sie sich dann ohne fremde Hilfe orientieren können."

Text:

Nach dem grossen Erfolg in Hannover und Leipzig will die Deutsche Bahn AG alle Bahnhöfe in Deutschland Zug um Zug blindenfreundlich gestalten.

ACHTUNG REDAKTIONEN:
Die Originaltöne werden per Satellit verschickt und können auf Wunsch kostenfrei per MusicTaxi überspielt werden. Wenden Sie sich dafür bitte mit dem Stichwort "ors" an unseren Partner Radio Dienst Syndication+Network GmbH+Co.KG, Kundenhotline: 089/4999 4999. Im Internet sind sie als Download (ors0802.mp2, 48 kHz) verfügbar unter http://recherche.newsaktuell.de.

Die O-Töne sind honorarfrei zur Verwendung. Wir bitten jedoch um einen Hinweis, wie Sie den Beitrag eingesetzt haben an RadioMaster@newsaktuell.de.

ors Originaltext: Deutsche Bahn AG

Audio(s) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Audio Service, sowie im OTS Audioarchiv unter http://audio.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Konstanze Lueg
Deutsche Bahn AG
Tel.: 0049 30/ 297 61133

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAA0001