Hochwasseropfer: Statt 50.870,98 Euro nur 7.267,28 Euro von Versicherung ausbezahlt!

AKNÖ-Konsumentenschützer fürchten, dass es sich hierbei nicht um Einzelfälle handelt.

Wien (AKNÖ) - Schadenserledigungen werden von den Versicherungen nach der Hochwasserkatastrophe zwar rasch aber leider nicht immer zufriedenstellend bearbeitet. Das hat sich nach den Beratungsgesprächen der Konsumentenschützer der Niederösterreichischen Arbeiterkammer (AKNÖ) mit Betroffenen ergeben. So liegen den AKNÖ-Versicherungsexperten 2 Fälle auf, wo Konsumenten nur einen geringen Teil ihrer Schadenssumme ausbezahlt bekommen haben, obwohl sie um ein Vielfaches versichert waren.

Beide Konsumenten haben bei einer großen und renommierten Versicherungsanstalt eine umfassende Haushaltversicherung abgeschlossen. Trotz einer sicheren Lage haben sich beide vor durch Hochwasser verursachte Schäden versichern lassen. Der eine Konsument um stolze 50.870,98 Euro der andere um 36.336,42 Euro. Das war in der Versicherungspolizze eindeutig festgehalten. Umso größer war der Schock und das Unverständnis, dass die Versicherungen in beiden Fällen nur 7.267,28 Euro ausbezahlt hat. Die Konsumenten wandten sich an die AKNÖ. Günther La Garde ist entsetzt: "Was ist aus der Ankündigung der Versicherungen geworden, rasch, unbürokratisch und den Vertragsinhalten entsprechend zu agieren? Wir befürchten, dass es sich hierbei um keine bedauerlichen Einzelfälle handelt. Gerade im Raum Kamptal dürfte es noch viele Betroffene geben."

Allgemeine Versicherungsbedingungen zählen mehr als Polizze

Die AKNÖ-Versicherungsexperten sahen sich die Vertragsbedingungen genauer an: Ihrer Meinung nach stünden den betroffenen Versicherungsnehmern die volle Summe zu. Sie intervenierten daraufhin bei der Versicherung. Doch diese zeigte sich unnachgiebig und argumentierte, dass die Polizze rechtlich nicht erheblich sei und nur die Allgemeinen Versicherungsbedingungen relevant seien. Dazu Mag. Josef Hauer, AKNÖ-Rechtsexperte: "Das bedeutet ja, dass ein jeder um seine Versicherung fürchten muss. Die Konsumenten werden da von den Versicherungen im Notfall hilflos stehen gelassen. Das darf doch nicht sein! Immerhin vertraue ich als Konsument darauf, dass, was in der Polizze schriftlich festgehalten wurde, im Ernstfall tatsächlich zum Tragen kommt!"
Die AKNÖ-Konsumentenschützer kündigen auf jeden Fall an, im Rahmen des Konsumentenrechts-schutzes entsprechende Schritte einzuleiten, sollte es mit dem Versicherungsunternehmen zu keiner außergerichtlichen und vor allem zufriedenstellenden Lösung kommen.

Hochwasser-Spezialberatungen vor Ort

Abschließend verweisen die AK-Experten auf Spezial-Hochwasserberatungen der AKNÖ-Steuerprofis, die in den nächsten Tagen noch in den betroffenen Gebieten über Steuerbegünstigungen informieren werden. Auch die Konsumentenschützer werden vor Ort vertreten sein und zu allen Fragen rund um Hochwasser und Versicherungen Stellung nehmen. Dazu La Garde: "Wenn es konkrete Fragen gibt, ist es natürlich besonders hilfreich, wenn die betroffenen Konsumenten alle erforderlichen Unterlagen mithaben. Denn umso besser können wir auf ihre Probleme eingehen. Aber wir helfen auch gerne bei anderen Themen weiter, sei es in Kreditfragen, Mauertrockenlegungsgeräten etc."

Anbei die Termine der nächsten Tage:

17.10. 2002 um 19.00 Uhr
Stadthalle Ybbs
Kaiser Josef Platz 1
3370 Ybbs

18.10. 2002 um 19.00 Uhr
Gasthaus zum Goldenen Hirschen
Landstraße 51
3462 Bierbaum am Kleebühel

21.10. 2002 um 19.00 Uhr
Gasthof Dichter Hamerling
Galgenbergstraße 3
3910 Zwettl

22.10. 2002 um 19.30 Uhr
Kulturhaus Hirtenberg
Bahnstraße 1b
2552 Hirtenberg

23.10. 2002 um 19.00 Uhr
Gasthaus Blie
Hamerlingstraße 17
3580 Horn

24.10. 2002 um 19.00 Uhr
AK Amstetten
Wiener Straße 55
3300 Amstetten

31.10. 2002 um 19.00 Uhr
AK Korneuburg
Gärtnergasse 1
2100 Korneuburg

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