ÖH: 39 Tage noch gehrersche Beschönigungen eines Trümmerhaufens

Lösungen für Probleme der Unis dringend notwendig, bildungspolitisches Wahlkampfgeplänkel total überflüssig

Wien (OTS) - Der ÖVP-Wahlkrampf hat Bundesministerin Gehrer nun vollends vereinnahmt: In der heutigen Aussendung findet man außer undifferenzierter Lobhudelei für die bildungspolitischen Pseudo-Reformen der vergangenen Legislaturperiode nur überheblich präsentierte, naiv anmutende Lösungsvorschläge für die Probleme an den Universitäten. Die jahrzehntelange, chronische Unterfinanzierung der Hochschulen bricht wie ein Geschwür auf, mit den unhaltbaren Zuständen haben in erster Linie die StudentInnen zu kämpfen. Statt schöner Worte für die Medien wären endlich Taten angesagt, den an solchen wird Gehrer gemessen. Die StudentInnen werden Gehrer am Ende des Tages ein bildungspolitisches Armutszeugnis unter die Nase halten.****

"Gehrer hat verabsäumt, ein bildungspolitisches Gesamtkonzept vorzulegen, dass auch AkademikerInnen-, Jugendarbeitslosigkeit, Fachhochschulen und Pädagogische Akademien mit einschließt. Gehrers Flickwerk an Pseudoreformen wird nun als Erfolg verkauft", erklärt die ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz. Das Ministerium müsste sich im Krisenmanagement beweisen, der Erlass von unsinnigen Verordnungen und Husch-Pfusch-Umstrukturierungen im eigenen Ministerium rauben aber offenbar zu viel Zeit. "Wir fordern ein Gespräch zwischen Gehrer, den betroffenen Universitäten und ÖH, um gemeinsam ein 30-Tage-Programm für die Hochschulen zu erarbeiten" so Mautz.

"Die Studiengebühren zwingen StudentInnen vermehrt dazu, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, mittlerweile rund 80 % kommen ohne eigenes Einkommen nicht mehr über die Runden. Die StudentInnensteuer selektiert nach sozialen Kriterien, sozial Schwächere raus, Stärkere rein", so ÖH-Vorsitzende Anita Weinberger in einer ersten Reaktion auf die Stellungnahmen Gehrers. Und Weinberger weiter: "Auf welchen Umfragen und Studien gründet die angebliche 'Akzeptanz' der unsozialen Studisteuer? In unseren täglichen Arbeit an der ÖH bekommen wir von einer 'Akzeptanz' nichts zu spüren, ganz im Gegenteil. Die StudentInnen stöhnen unter der Doppelbelastung Erwerbstätigkeit und Studium."

Die Anspielung auf die mangelnde Disziplin der StudentInnen im Prüfungsprozess darf als ein Manko an Umgang mit StudentInnen zurückgeführt werden. "Wer, wenn nicht StudentInnen, die Teil- oder Vollzeit arbeiten und studieren, muss eiserne Disziplin an den Tag legen, um ein Studium ohne gröbere Verzögerung über die Bühne zu bringen", zeigt Mautz Unverständnis für die Naivität der Bildungsministerin.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Michaela Fabian
ÖH-Pressesprecherin
Tel.: 01/310-88-80/59 bzw. 0664/43-56-444
mailto: michaela.fabian@oeh.ac.at
www.oeh.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHO0002