Auswirkungen des Hochwassers auf die Landwirtschaft

LR Plank zog Bilanz über die Ernte 2002

St.Pölten (NLK) - Am heutigen Welternährungstag zog Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank Bilanz über die Ernte 2002 auch im Zuge der Hochwasserkatastrophe in Nie-derösterreich und nahm Stellung zur europäischen Entwicklung der Landwirtschaft. "Das Hochwasser im August hat rund 14.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche überflutet, davon 250 Hektar Weingärten und 20 Hektar Obst- und Gemüsekulturen", erklärte Plank. Zusätzlich gebe es Zerstörungen an Steinmauern und Böschungster-rassen. Der Gesamtschaden ohne Versicherungsleistungen betrage rund 20 Millionen Euro. Die Instandsetzung von Güterwegen koste weitere 22 Millionen Euro.

Grundsätzlich seien die Ernteschäden nicht so schlimm wie befürchtet. In vielen Einzelfällen wären sie jedoch existenzbedrohend. "11.941 Schadensmeldungen sind bereits erledigt", erklärte Plank. Für landwirtschaftliche Flurschäden werden 40 Pro-zent der gemeldeten Schäden als Hilfe angewiesen. Hochwasserschäden wären vor allem bei Kartoffeln und Zuckerrüben zu verzeichnen. Bei Kartoffeln habe das Hoch-wasser negative Auswirkung auf die Qualität, bei Zuckerrüben seien rund 350 Hektar vom Hochwasser total und 1000 Hektar teilweise zerstört worden, so Plank. "Aber rund 85 Prozent der Rübenflächen sind jedoch ernteversichert."

Keine Beeinträchtigung durch das Hochwasser gebe es bei Getreide und Ölsaaten. Auch bei Körnermais werde mit einer guten Ernte gerechnet. Bei Raps gebe es einen drastischen Ernterückgang wegen der Trockenheit und auf Grund der hohen Tempe-raturen im Vergleich zu 2001. Besonders betroffen wären die niederschlagsärmeren Gebiete in Niederösterreich. Überdurchschnittlich ausgefallen sei die Weinernte mit rund 2,6 Millionen Hektoliter. Die Qualität sei sehr gut, nur beim Rotwein kam es durch das gehäufte Auftreten der "Zweigelkrankheit" zu einem Rückgang von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"Durch das Hochwasser wurde deutlich, dass eine Versorgung mit regionalen Pro-dukten aus der näheren Umgebung notwendig ist, da es sonst in Notfällen zu Versor-gungsproblemen kommen kann", so Plank. Die Sicherheit der Regionalversorgung müsse auch in Zukunft gewährleistet sein. Die europäische Landwirtschaftspolitik müsse sich weiterentwickeln. Fairer Handel sei eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Armut. Weltweit seien fast 1 Milliarde Menschen von Hunger und Unterernäh-rung betroffen. "Dagegen muss etwas getan werden", sagte Plank angesichts des heutigen Welternährungstages. Der Niederösterreichische Landtag habe am 27. Juni einstimmig die Förderung des fairen Handels mit Entwicklungsländern als Bestandteil der NÖ Entwicklungspolitik beschlossen.

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