Gehrer fordert Qualitätsagentur für österreichische Schulen

Klare Absage an Gesamtschule - Beispiel Deutschland zeigt klar die Vorteile des österreichischen Schulsystems

Wien, 16. Oktober 2002 (ÖVP-PD) "Ein ganz besonderes Anliegen in der kommenden Legislaturperiode ist die Sicherung der Qualität des Bildungswesens. Ich plädiere dafür, eine Art Qualitätsagentur 'Pisa National' einzurichten, wo Schulen sich zertifizieren lassen können", sagte heute, Mittwoch, ÖVP-Bundesparteiobmannstellvertreterin Bildungsministerin Elisabeth Gehrer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel. Gehrer betonte ausdrücklich, dass es dabei um kein Ranking gehe, da dies die Medien vornehmen würden. "Das ist nicht die Qualitätssicherung die ich meine. Qualitätssicherung bedeutet, dass wir Leistungsstandards an den Nahtstellen erarbeiten", um zu definieren, was ein Schüler ab einer bestimmten Schulstufe können müsse. "Dann kann die Schule sich zertifizieren lassen, ob sie diesen Standard erreicht", so die Bildungsministerin. ****

In Deutschland habe man bereits mit der Zertifizierung von Teilbereichen von Universitäten gute Erfahrungen gemacht. "Ich glaube, es wird jede Schule danach streben, in verschiedenen Teilbereichen ein Zertifikat zu haben", so Gehrer. Dies sei ein fortlaufender Prozess. "Zu der Selbstevaluierung, die wir bereits seit mehreren Jahren an den Schulen einführen, kommt auch die Außenevaluierung in gewissen Fachbreichen, mit einer Zertifizierung für die Schulen", sagte Gehrer.

Dem Modell der Gesamtschule erteilte die Bildungsministerin eine klare Absage. "Ich sage klar, dass wir unser gutes, differenziertes Ausbildungssystem nicht dermaßen verändern dürfen, dass wir plötzlich eine gemeinsame Mittelstufe mit Gesamtschulsystem haben. Das kann es nicht sein", so Gehrer. Es habe sich in Deutschland erwiesen, dass es nicht leistungsfördernd sei, Kinder in einer Gesamtschule zu haben. Gespräche mit deutschen Direktoren hätten dies klar bestätigt. "Ein durchlässiges Schulsystem, wie in Österreich ist das begabungsfördernde Schulsystem, das wir für die Zukunft brauchen", so Gehrer. In Österreich habe ein junger Mensch nach jeder Ausbildung die Chance, eine weitere Ausbildung anzuschließen. "Das ist die große Chance, die unsere jungen Leute haben".

Deshalb sei es auch wichtig, das duale Ausbildungssystem in der Berufsausbildung auch weiterhin so zu halten, dass 40 Prozent eines Altersjahrganges eine Lehrausbildung machen. "Wir haben aber als erstes europäisches Land die Berufsreifeprüfung eingeführt", so die Bildungsministerin. Über 7.000 Jugendliche würden derzeit daran arbeiten.

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Integration von Behinderten. "Es ist mit ein echtes Anliegen, nach der schulischen Integration, den Menschen, die ein Handicap haben, eine Integration in einem Beruf und somit in die Gesellschaft zu ermöglichen. Deswegen möchte ich Ausbildungsversuche ins Leben rufen, wie sie bereits in der Steiermark gemacht werden, wo behinderte Menschen eine Teilqualifikation erhalten", betonte die Bildungsministerin. Dies brauche aber auch die Bereitschaft der Wirtschaft, die jungen Menschen mit Förderungen anzustellen. Dies sei das "größte Projekt" im Jahr 2003, dem Jahr der Behinderten, so Gehrer. (Fortsetzung)

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