ARMUTSKONFERENZ am UN-Tag gegen Armut: Anzeichen wachsender sozialer Probleme

Wien (OTS) - DIE ARMUTSKONFERENZ schlägt vor: Ausgleichzulage auf Armutsschwelle erhöhen, Schulabschluß für Jugendliche, moderne Sozialhilfe, niederschwellige Wohnplätze für psychisch Kranke, Verminderung von "Working Poor".

"Es gibt in mehreren Bereichen Anzeichen eines wachsenden sozialen Problems", schlägt DIE ARMUTSKONFERENZ anläßlich des morgigen "Internationalen Tags zur Beseitigung der Armut" Alarm. "Immer mehr Menschen arbeiten und haben trotzdem nicht genug zum Leben" berichtet Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich. "Immer mehr Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen fallen durch die sozialen Netze. Eine steigende Zahl von Menschen kann am Arbeitsmarkt nicht (mehr) Fuß fassen. Besonders dramatisch bei Jugendlichen ohne Pflichtschulabschluß. Und viele Frauen haben keine eigenständige Existenzsicherung im Alter", so Schenk: "Wir dürfen diese Menschen nicht alleinlassen.

Die ARMUTSKONFERENZ, das Anti-Armutsnetzwerk der österreichischen Sozialorganisationen schlägt daher vor:

- "Die Ausgleichzulagenrichtsätze der Pensionisten bei Alleinstehenden und Paaren auf die Armutsgefährdungsschwelle von 770.- Euro anzuheben. Das entspricht einer Erhöhung der derzeitigen Richtsätze für Einzelpersonen und Paare um ca. 5%. Bei 230 AusgleichszulagenbezieherInnen kostet diese Maßnahme zur Armutsvermeidung 100 Mio Euro .

- Zielgruppenspezifische Weiterbildungsmaßnahmen von Jugendlichen, die keinen oder nur einen Pflichtschulabschluß haben. Die äußerst ungünstigen Startschwierigkeiten dieser Jugendlichen sind durch die schlechte Konjunktur noch weiter verschärft worden. (Investition: 50 Mio Euro)

- Eine moderne Sozialhilfe definiert Mindeststandards, die in ganz Österreich gelten, sie investiert in gut qualifizierte Mitarbeiter am Amt, sie führt einen Krankenversicherungsschutz für alle ein. Die Sozialhilfe braucht eine moderne Orientierung an sozialen Grundrechten, die für alle gelten und Existenzsicherung garantieren. (100 Mio Euro)

- Niederschwellige Wohnplätze für Menschen mit psychischen Problemen, die Betreuung und Unterkunft zum Wohle der Betroffenen managen können. Viele sind in Gefahr ihre Wohnung zu verlieren und nicht in der Lage ihren Alltag zu bestreiten. Die psycho-sozialen Stützpunkte außerhalb der Spitäler sind unzureichend, die Instrumente aktiver Arbeitsmarktpolitik für die Betroffenen nicht ausgereift -viele Projekte überhaupt von Kürzungen
bedroht. (10 Mio Euro)

- Maßnahmen zur Verminderung von working Poor. Arbeit schützt vor Armut nicht. Betroffen sind Familien, wo es nur eine/n Verdiener/in gibt und atypische bzw. Niedriglohnbeschäftigung vorliegt. Ein niedriges Einkommen schlägt sich auch in nichtexistenzsichernden Sozialleistungen bei Krankheit,Arbeitslosigkeit und in der Pension nieder.(Maßnahmenbündel schwer zu quantifizieren, mind. 100 Mio Euro)

"Armut wird nicht ausschließlich durch die Ermöglichung höherer Einkommen reduziert", weist Schenk auf den ganzheitlichen Ansatz der ARMUTSKONFERENZ hin,"sondern durch eine bessere Gesundheitsversorgung für Einkommensschwache, durch die Beseitigung feuchter Substandardwohnungen, wenn Zukunft nicht von der Herkunft abhängig ist, wenn Kinder gleiche Bildungschancen haben, wenn Qualifizierung am Arbeitsmarkt für Benachteiligte möglich ist". so der Sozialexperte.

Immerhin sind 300 000 Menschen (4% der Wohnbevölkerung) in Österreich von akuter Armut betroffen, ein Drittel der Armutsbevölkerung sind Kinder. Ihre Eltern sind zugewandert, erwerbslos,alleinerziehend oder haben Jobs, von denen sie nicht leben können. Ungefähr 80 000 (1%) sitzen dauerhaft in Armut fest.

DIE ARMUTSKONFERENZ. - Lobby derer, die keine Lobby haben. Frauenhäuser, Schuldnerberatung, Bewährungshilfe, Caritas, Diakonie, Kolpingwerk, Beratungsstellen für MigrantInnen, Wohnungslosenhilfe, Arbeitsloseninitiativen, Volkshilfe, Kath.Sozialakademie, Soziale Unternehmen, Plattform der Alleinerziehenden,u.a.

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