FSG-GPA-Frauen zu Pensionen: Eigenständigkeit statt Abhängigkeit

Ziel der zukünftigen Bundesregierung muss die eigenständige Alterssicherung von Frauen sein

Wien (FSG-GPA). Als phrasenhaft und völlig unglaubwürdig bezeichnet die Frauenvorsitzende der Fraktion sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in der GPA, Erika Helscher, die Aussagen, mit denen ÖVP und FPÖ nun auf Stimmenfang bei der Gruppe der PensionistInnen gehen: "Von Minister Haupt wird Fairness bei den Pensionserhöhungen versprochen, Bundeskanzler Schüssel unterzeichnet ein 'Bündnis für Österreichs Senioren' und fordert seriöse und nachhaltige Politik für PensionistInnen ein. Für mich ist das nichts anderes als das Eingestehen völligen Versagens der bisherigen Politik von Schwarz-Blau". Die selben Regierungsvertreter hätten extreme Kürzungen bei den Witwen- und Invaliditätspensionen zu verantworten und zum dritten Mal hintereinander Pensionen deutlich unter der Pensionsrate "angepasst", so die Kritik Helschers, die vor allem den dringenden Handlungsbedarf bei der eigenständigen Alterssicherung von Frauen betont.++++

Die Förderung der wirtschaftlichen Eigenständigkeit von Frauen und die Verminderung von finanziellen Abhängigkeiten habe für die FSG-GPA oberste Priorität. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse die eigenständige Existenzsicherung von Frauen anstelle einer vom Ehepartner abgeleiteten gesellschaftlich und politisch unterstützt und gefördert werden. "Nur sechs von zehn Frauen haben im Alter eine eigene Pension, die Eigenpension von Frauen ist etwa nur halb so hoch wie jene von Männern. Selbst Frauen mit zusätzlichen Witwenpensionen haben immer noch eine niedrigere mittlere Eigenpension als Männer", erwähnt Helscher einige Eckdaten der alarmierenden Situation.

Die FSG-GPA-Frauen fordern vor diesem Hintergrund eine deutlich höhere Bewertung der Kindererziehungszeiten, eine Neubemessung der Karenzjahre bei der Pensionsberechnung, die Berücksichtigung der Pflege naher Angehöriger bei der Pensionsversicherung, die Ausdehnung arbeits- und sozialrechtlicher Bestimmungen auch auf atypische Beschäftigungsformen sowie etwa die Beseitigung geschlechtsspezifischer Diskriminierungen bei der Notstandshilfe.

"Die nächste Bundesregierung wird nicht zuletzt am tatsächlichen Engagement in der Frage der Zukunftssicherung von Frauen zu messen sein. Die Umsetzung der von den FSG-GPA-Frauen erhobenen Forderungen sind dabei wesentliche Eckpunkte", so Helscher abschließend.

FSG, 16. Oktober 2002
Nr. 85

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